Oneironauten – Teil 5 (Cthulhu)

Vor den Fenstern des Hauses erblickt die Familie möglicherweise die Zukunft. Wird diese wirklich über sie hereinbrechen oder bleiben die Träume dieses Mal vor dem Haus?

Die Charaktere (anwesend)

Lynette Higgins: Die Mutter der Familie und Sekretärin bei der Polizei. Sie liebt es, zu kochen und sich um ihre Kinder zu kümmern.

Randall Higgins: Lynettes Ehemann und Vater der Familie. Der Veteran aus dem 1. WK hinkt seit einer Kriegsverletzung und ist jetzt als Haushaltswarenverträter tätig. Er hasst Schwarze und setzt sich für die Rechte der Frauen ein.

Caroline Higgins: Die Tochter der Familie und Eugenes ältere Schwester. Sie spielt sehr gut Klavier und wird bald 15. In der Freizeit ist sie mit ihren Freundinnen im Mädchenturnverein.

Mickey Spencer: Lynettes Bruder. Er ist Buchhalter, hat aber heimliche Verbindungen zur Mafia. Ihm liegt die Familie sehr am Herzen und er sieht Randall nicht als guten Ehemann.

Finlay Canavan: Nachbar der Familie und Eugenes Baseball-Coach. In dem Jungen sieht er großes Talent, welches es zu fördern gilt. Er betreibt außerdem einen Barbier-Salon.

Die Charaktere (nicht anwesend)

Robert Duningham: Entfernter Onkel und Carolines Taufpate. Er arbeitet als Buchhalter für Kleinbetriebe und erzählt den Kindern gerne aufgebauschte Geschichten über seine Tätigkeit als Special Agent.

Die Geschichte

Ben Finley Ibn Kabadan

Draußen tobt noch immer der Sturm und das Schiff verschwindet im Nebel. Caroline drückt die Nase ans Fenster, in der Hoffnung, draußen Fische zu sehen, doch das Wasser ist zu trüb und stürmisch. Mickey stellt entsetzt fest, dass Wasser in den Keller eingedrungen ist und Lynette stellt sich daraufhin vor, dass das Haus fliegen kann, um den tosenden Wassermassen zu entgehen.

Kurz darauf endet der Spuk von selbst und das Telefon klingelt. Ein Kollege von der Polizei bittet Lynette, noch einmal vorbeikommen zu dürfen, nachdem ihr Bruder ihn am Tag von Eugenes Verschwinden des Hauses verwiesen hatte. Lynette sagt zu, doch bevor der Mann ankommen kann, stehen alle – mit Ausnahme von Finley – in der Karawanserei. Randall fragt einen der Wachmänner nach Finley, doch der Mann ist recht mürrisch und gibt vor, den Namen nicht zu kennen.

Also geht man ins Innere des Gebäudes, wo es angenehm nach tee riecht. Dort treffen sie auch Finley, in feinste Gewänder gehüllt, der sich nun Ben Finley Ibn Kadaban nennt – was die anderen natürlich gleich falsch aussprechen als Karawan oder Kadamom. Er hat 7 Jahre in Zawra verbracht und ist noch reicher geworden, ihm gehört nun auch die Karawanserei. In seiner Verwirrung behauptet er, Eugene sei damals wieder aufgetaucht und anschließend sei er nach Zawra zurückgekehrt. Sein Sinn für die Realität ist völlig dahin.

Dafür hat er gerade eine Hakima, eine Sanddeuterin zugegen, die die Gruppe nach Eugene befragt. Sie erklärt, die Gruppe müsse mit dem Weißen Schiff fahren, welches an Vollmond in 3×3 Tagen im Hafen ablege. Um sich auf die Reise vorzubereiten, soll man außerdem die Bibliothek der 5 Türme besuchen, welche sich im Smaragdviertel befindet. Finley war dort selbst noch nie, da ihn das Wissen wenig interessiert hat und es ihm zu kompliziert war, Eintritt zu erhalten.

Brunnenreise

Und dann sind sie auch schon wieder zurück. Es ist keine halbe Stunde vergangen und das Telefon hört gerade auf zu klingeln. Draußen im Garten steht ein Brunnen, den es zuvor noch nicht gab und Lynette und Finley beschließen, sich das einmal genauer anzusehen. Randall und Mickey streiten drinnen derweil, wer von ihnen mehr Schuld an Eugenes Verschwinden hat. Caroline wird das zu viel und sie beginnt, Klavier zu spielen, was die beiden wieder zu Verstand bringt. Da stellt Randall auch fest, dass seine Frau sich nicht mehr bewegt.

Sie steht am Brunnen und starrt hinein, Tränen laufen ihr über die Wangen. Als ihr Mann sie berührt, sieht er im Wasser eine Szene aus Kindertagen der Geschwister. Es ist eine Gartenparty und die kleine Lynette soll auf Mickey aufpassen. Sie ist jedoch kurzzeitig abgelenkt von all den leckeren Speisen und plötzlich findet sie Mickey im Teich mit dem Gesicht nach unten treibend. Randall reißt sie weg und beruhigt sie. Zu Mickey sagt er nur: „Das erklärt einiges.“ Die Geschwister gehen wieder nach drinnen, doch der Herr des Hauses muss sich noch um Finley kümmern, der ebenfalls gebannt in den Brunnen starrt und so tief hängt, dass er beinahe hineinfällt.

Als Randall ihn zurückreißen will, sieht er eine schreckliche Szene. Finley, wie er bei einem wichtigen Spiel ist, eine wichtige Person sitzt im Publikum. Leider hat Finleys Erzrivale vor dem Spiel seinen Schläger präpariert, sodass dieser beim entscheidenden Schlag bricht und Finley keine Karriere in der Profiliga angeboten bekommt. Nach dem Spiel schlägt er daraufhin seinen Rivalen übel zusammen. Erschrocken über dieses Ausmaß an Gewalt lässt Randall den Nachbarn los und dieser fällt kopfüber in den Brunnen. Lynette springt wie von Sinnen hinterher und Mickey springt seiner Schwester nach, um sie zu retten. Caroline dagegen rennt ins Haus und findet mitten im Wohnzimmer ein Seil, mit dem sie und ihr Vater sich vorsichtig abseilen.

Nachdem sie eine halbe Ewigkeit geklettert sind, kommen sie schließlich aus einem Brunnen in peruanischer Umgebung wieder heraus. Hier stellen sie jedoch fest, dass sie anscheinend nicht materiell sind und schweben. Klänge von Musikern und Tieren dringen an ihre Ohren, doch sie sehen nichts, was diese Geräusche verursacht. Als sie an eine Pyramide kommen, beschließen sie, zu versuchen, sich sichtbar zu machen, was Randall auch gelingt, Caroline jedoch nicht. Sie wird von einer unsichtbaren Kraft zurück in den Brunnen gezogen. Randall ruft nach seiner Tochter, kann sie jedoch nirgends sehen. Dafür sind für ihn nun Tiere in der Umgebung und die Musiker oben auf der Pyramide sichtbar geworden. Er klettert zu ihnen hoch, doch die Stufen werden mit jedem Schritt größer und größer, bis er sie kaum noch überwinden kann. Plötzlich kommt die Musik von unten und als er hinschaut, sieht er die Musiker, wie sie ein Kind über einem Feuer braten und ihm freudig zuwinken. Sofort in Rage will sich der Kriegsveteran eine Pistole herbeiträumen, allerdings funktioniert das nicht. Stattdessen stellt sich die Pyramide auf den Kopf und Randall sinkt ins Gras des Bodens ein. Von hier erinnert der Aufbau der Pyramide ihn irgendwie an eine Spinne…

Lynette fällt ins Unendliche und rollt sich schützend zu einer Kugel zusammen. Um sie herum bildet sich tatsächlich eine harte Schicht und schließlich hat sie das Gefühl, irgendwohin getragen zu werden. Als sie sich vorstellt, aus einem Ei zu schlüpfen, kann sie die Schale tatsächlich durchbrechen und findet sich in einer riesigen, dunklen Höhle wieder, umgeben von dutzenden Kugeln. Von irgendwoher erklingt eine Stimme, die ihr einen Preis verspricht, sollte sie die richtige Kugel finden. Sie lauscht an den Kugeln und hört in einer einen Herzschlag. Als sie diese Kugel wählt, bricht daraus Caroline hervor. Da beide nicht wissen, welchen der etlichen Höhlen sie nehmen müssen, um aus der Höhle zu entkommen, träumt das Mädchen sich eine Motte herbei, welche sie hinausführt.

Die Bibliothek der fünf Türme

Mickey und Finley stehen in Zawra vor der riesigen Bibliothek. Sie beobachten einige Gelehrte, von denen immer mal wieder einer aufsteht und zur Tür des Gebäudes geht, etwas sagt und anschließend weggeht. Schließlich gehen die beiden ebenfalls hin und Finley stellt seinen Begleiter als Abu Mick vor. Um Einlass zu erhalten, müssen sie aber zuerst eine Geschichte erzählen. Und so erzählt Finley von Babe Ruth und dessen verschwundenen Kind. Das Ende der Geschichte lässt er offen und erklärt dem Torwächter, er könne zum Teil dieser Geschichte werden, wenn er ihnen Einlass gewährt, damit sie die verschwundenen Kinder retten können. Als dann auch noch Lynette und Caroline ankommen, überlegen sie, in welchen Turm sie gehen wollen. Lynette wählt zuerst den der Zauberei, lässt sich aber von Caroline zum Turm der Mysterien überreden, da sie dort eine Frage beantwortet bekommen.

Im Inneren der Bibliothek gehen sie zunächst durch einen langen Gang, an dessen Wänden geschrieben steht: „Ein Buch ist wie ein Garten, den man in seiner Tasche trägt.“ Sie kommen in einen Raum, von dem mehrere Türen abgehen und Lynette öffnet eine davon. Dahinter liegt ein einzelnes Buch, dem Caroline die Frage stellt: „Wie bekommen wir Eugene wieder?“ Da die Frage sehr allgemein gestellt ist, fällt die Antwort entsprechend aus. Auf den aufgeschlagenen Seiten des Buches bildet sich ein einziges Wort: Chavin. Verwirrt, was das bedeuten mag, verlassen sie die Bibliothek wieder und ärgern sich vermutlich insgeheim, dass sie nicht genauer nachgefragt haben. Da jedoch bald die Nacht hereinbrechen wird, lädt Finley sie in einen seiner Paläste ein. Zu Lynettes Trauer betreten sie jedoch ihr eigenes Wohnzimmer.

Die vergrabenen Kinder

Randall hat in dieser Zeit ein ganz anderes Erlebnis. Er sieht sich als Kind selbst beim Blumensammeln, doch als er sich anspricht, nennt das Kind ihn Vater und bittet, dass er es auf die Schultern nimmt. Sie unterhalten sich etwas und Randall vermutet, dass das Kind zu Eugene geworden ist. Dann jedoch verstummt das Kind und als er es von den Schultern nimmt, ist es nur noch eine mumifizierte Leiche.

Entsetzt legt er den Toten zur Seite, hört dann aber aus einem Erdloch in der Nähe ein Mädchen um Hilfe rufen. Er holt sie heraus, doch sobald sie die Erdoberfläche erreicht hat, ist auch die Kleine nur ein Skelett. Überall um sich herum hört er Kinder weinen und flehen und so verbringt er eine ganze Weile damit, sie herauszuziehen und einen Haufen Kinderleichen um sich aufzutürmen.

Nach Stunden dieser Arbeit beschließt Randall, dass es Zeit für ihn ist, selbst von dieser Welt zu gehen und er legt sich in eines der Löcher. In der Wachen Welt beschließt Caroline allerdings gerade, Klavier zu spielen, auch ein wenig in der Hoffnung, es könne ihren Vater nach Hause geleiten. Tatsächlich hört Randall die Musik aus einem anderen Loch und springt hinein. Bei den Higgins‘ hören sie den Herrn des Hauses in der Wand, doch als Mickey versucht, die Wand einzuschlagen, ist dort nichts. Stattdessen hört Randall nun Stöhnen, Schleifen und Knacken über sich, verabschiedet sich von seiner Familie und steigt aus dem Loch. Dort sieht er sich einer Horde von toten Kindern gegenüber, welche sich langsam auf ihn zubewegen. Furchtlos stellt er sich ihnen entgegen und als sie ihn berühren, lösen sie sich einfach auf. Und dann ist er wieder zuhause.

Noch einmal nach Ulthar

Die anderen klären Randall darüber auf, was sie herausgefunden haben, während Caroline sich noch einmal den Atlas ihres Bruders ansieht. Vielleicht gibt es ja einen Ort, der Chavin heißt oder Eugene hat eine geheime Nachricht hinterlassen. Tatsächlich findet sie mitten im Gebirge in Peru ein X. Möglicherweise ist er ja dort!

Finley ruft derweil im Theater an und fragt nach Harlo. Die Dame am Telefon teilt ihm bedauernd mit, dass dieser im Schlaf gestorben ist, gibt aber keine Details an. Er war es also nicht. Caroline will eigentlich noch einmal die Kavernen der Traumflamme aufsuchen, als draußen vor ihrem Haus Ulthar erscheint. Auch Sultan ist wieder da und führt sie zum Turm. Finley fragt den Kater, warum sie beim letzten Mal aus der Welt geworfen wurden und wie man dies verhindern kann und der Kater verschränkt die Pfoten wie im Gebet ineinander.

Kurz vor dem Turm trifft die Familie einen verwirrten Mann, der sich als Lorenzo vorstellt und der nach Venedig möchte. Da er nicht weiß, was Chavin bedeutet, lässt die Gruppe ihn jedoch stehen, da er zu verrückt wirkt.

Dieses Mal erhalten sie endlich Einlass in den Turm und müssen eine schier endlose Treppe nach oben steigen, um zu Atal dem Weisen zu gelangen. Sie erzählen dem alten, bärtigen Mann, was passiert, woraufhin dieser extrem besorgt reagiert. Er bringt der Gruppe einige Bücher, darunter auch einen übersetzten Auszug aus dem De Occulta Philisophia. In diesen Büchern werden die Schrecken von Leng beschrieben, ein Plateau, über das man Chavin erreichen kann, einen Ort in den Traumlanden. Zudem gibt es einen Auszug darüber, dass Atlach-Nacha unter einem Berg – womöglich in Peru – eine Brücke zwischen Wacher Welt und den Traumlanden baut, über die die Alpträume gehen und das Ende der Welt einleiten können. Caroline befürchtet, dass diese Brücke aus Kindern gebaut wird. Atal beschreibt den derzeit vermutlichen Zustand der Welt als Vortex oder Knoten, wodurch sich Wache und Traumwelt an vielen Punkten berühren.

Reisevorbereitungen

Nach all diesen Informationen scheint es nun doch unumgänglich zu werden, mit dem Schiff nach Peru zu fahren. Man könnte es auch mit dem Weißen Schiff ausprobieren, doch einmal vergeht die Zeit in den Traumlanden immer unterschiedlich, sie könnten also zu spät kommen, und außerdem kämen sie damit nur bis nach Leng und müssten diesen überaus tödlichen Ort noch gänzlich durchqueren, um nach Chavin zu gelangen. Atal erklärt ihnen, dass Ort beider Welten quasi übereinander liegen, sodass man an einem bestimmten Ort auf der Erde immer an den entsprechenden Ort in der Traumwelt gelangt. Und Chavin liegt im Gebirge.

Die Gruppe erwacht nun wieder und beginnt, Reisevorbereitungen zu treffen. Schiffstickets werden gekauft, Robert angerufen und über ihn Reisevisa beantragt. Da nur noch Tickets für die erste Klasse erhältlich sind, muss Randall einen Kredit aufnehmen, doch das ist immerhin besser als die Apokalypse abzuwarten.

In dieser Nacht träumt sich Caroline zurück in die Kavernen der Flamme und bringt dem Priester Nasht seinen Stab zurück. Zudem informiert sie ihn über den vermuteten Plan von Atlach-Nacha, in der Hoffnung, dass die Traumpriester etwas tun können, um ihnen zu helfen.

Die Erwachsenen dagegen haben schreckliche Träume. Lynette ist in einem Spinnennetz gefangen, über ihr hängen dutzende kleine, eingesponnene Leute. Sie ruft nach Eugene und verspricht, ihn zu retten. Randall findet sich im Schützengraben wieder, wo er versucht, das Ungeheuer, welches dort lauter, zu besiegen, doch es übermannt ihn und er kann gerade noch rechtzeitig erwachen, um nicht zu sterben. Finley und Mickey gelangen gemeinsam auf eine große, kahle Einöde. Ein Drache fliegt über ihre Köpfe hinweg und sie verkriechen sich in einer Höhle.

Fazit

Diese Runde war außerordentlich informativ! Ich fand es recht überraschend, dass wir nun doch nach Peru fahren, da ich es bisher von Cthulhu eher so kenne, dass man gleich zu Anfang mit solch einer Reise beginnt. Daher hatte ich nicht damit gerechnet, dass wir uns doch aus der vertrauten Stadt herausbewegen. Aber schlimm ist es nicht, im Gegenteil, es bricht mit den Spieler-Erwartungen.

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