Tod an Bord (Cthulhu)

In grauer Vorzeit, noch bevor ich aktiv Blog-Berichte verfasst habe, haben wir einst „Tod an Bord“ von Peer Kröger gespielt. Das Szenario ist zu finden im Geisterschiffe Abenteuerband. Bis heute ärgert es mich, dass ich diese Runde nie zu Papier gebracht habe und da ich mich heute längst nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern kann, hat sich unser SL dazu bereit erklärt, es noch einmal zu leiten. Neue Gruppe, neues Glück. Dieser Bericht wird beide Spiele etwas miteinander verschmelzen, alte und frische Erinnerungen vereinen. Kommt also mit auf diese herrlich mysteriöse Kreuzfahrt.

Die Charaktere

Gräfin von Tetens: Die über 60jährige, alte Dame ist unterwegs nach Amerika, um dort ihr Geld anzulegen. Sie hält nicht viel von Sandras Verlobten und weiß, dass sie von Sandra und Dr. Fleischer bestohlen wird.

Major Ferdinand:  Etwa 65 Jahre alt und ein Kriegsveteran. Er liebte die Gräfin einst und erzählt gerne Geschichten aus dem Krieg. Seiner Meinung nach sind die anderen beiden Männer Schlappschwänze, weil sie nie beim Militär waren.

Dr. Fleischer:  Anwalt um die 40. Er begleitet die Gräfin als Vermögensberater, veruntreut ihr Geld und würde sich nur zu gerne an ihre Zofe heranmachen. Er hofft, dass die Gräfin ihn beerben wird.

Sandra: Die Zofe der Gräfin. Anfang 20 und bildschön ist sie mit dem neureichen Herbert verlobt. Sie bestiehlt die Gräfin regelmäßig und hält sie für eine senile, alte Schachtel.

Herbert: Der Anfang 30jährige aus dem einfachen Volk ist durch Zufall an viel Geld gekommen – und wirft es ebenso schnell wieder zum Fenster heraus. Daher hofft er, dass Sandra, seine Verlobte, von der Gräfin beerbt wird.

Die Geschichte

Es ist das Jahr 1923 und die Charon, ein wunderbares Passagierschiff, ist unterwegs von Hamburg nach New York. Die Gruppe um die Gräfin erwacht am frühen Abend auf dem Sonnendeck, etwa eine halbe Stunde vor dem Abendessen. Es kommt ein kurzes Gespräch über die Zukunft und Amerika auf, als Herbert den Fehler begeht, den Börsenhandel als neue Ära zu bezeichnen. Der Major beginnt daraufhin eine lange Tirade herunter zu rattern, in der er über die guten Seiten des Kriegs spricht und darüber, dass es den jungen Männern sicher nicht schaden würde, einmal Disziplin gelehrt zu bekommen.

Schließlich begibt man sich in den Speisesaal, wo der Kellner Silvio die Gesellschaft bereits erwartet. Gerade sind die Speisen serviert worden, als ein kleiner, roter Ball unter den Tisch rollt und ein kleines Mädchen zum Tisch läuft, um ihn wiederzuholen. Ihre Eltern sind nirgends zu sehen und die Gräfin schimpft darüber, wie verzogen die Kinder heutzutage doch seien.

Nach dem Essen begibt sich die Gruppe noch einmal an Deck für einen Abendspaziergang und die Gräfin beklagt den Nebel, der erst neulich ihren kostbaren Pelz beinahe ruiniert hätte. Dann geht plötzlich ein Ruck durch das Schiff und Sandra stürzt. Glücklicherweise kann Herbert sie auffangen, doch Dr. Fleischer nutzt die Gelegenheit des Taumelns, um der jungen Dame an den Hintern zu fassen, woraufhin diese etwas empört reagiert, aber in dem Chaos war das sicher keine Absicht. Als sie aufschauen, sehen sie und andere Gäste, die neugierig angerannt kommen, ein uraltes Wrack am Schiff vorbeischleifen. Es heißt Pandora und scheint schon sehr, sehr lange unterwegs zu sein. So lange, dass es kaum Sinn macht, dass es überhaupt noch fährt.

Dann ertönt eine Frauenstimme: „Mann über Bord!“ Das Personal eilt aufgeregt durcheinander und die Gräfin schickt Sandra los, um den Kapitän zu holen, da sie die Schiffsangestellten für unfähig hält. Ein Suchtrupp lässt ein Beiboot ins Wasser und der Major wirft einen Rettungsring hinunter, doch man findet den Gatten der verstörten Frau nicht. Stattdessen wird ein Kästchen an Bord gebracht, welches für einen kurzen Moment grün zu glimmen scheint. Die Pandora ist längst wieder im dichten Nebel verschwunden und Gerüchte über ein Geisterschiff machen sich breit. Als kurz darauf der Major das Glimmen des Gegenstandes erwähnt, meint Herbert: „Das erinnert mich an diese Curie.“ „Nein, nein“, meint Dr. Fleischer kopfschüttelnd. „Curry ist ein Gewürz!“ „Oh, das habe ich auch mal in Indien gegessen“, freut sich der Major.

Die Gäste begeben sich auf einen Schluck Alkohol in den Speisesaal, um den Schreck zu verdauen. Überall hört man wilde Gerüchte, nur ein Mann wirkt völlig fehl am Platz. Er scheint aus der 2. Klasse zu kommen und die Gräfin fordert Silvio auf, ihn zu entfernen. Als der Mann, der leichenblass ist, in ihre Nähe kommt, murmelt er nur immer wieder: „Das kann nicht sein.“ Nun doch neugierig lässt die Gräfin ihn seine Geschichte erzählen. Er berichtet von seinem Vater, der 1861 auf der Pandora gearbeitet hat und ihm einen Brief schrieb, in dem von einem merkwürdigen Passagier mit einer schiefen Kiste erzählt wird. Eine Kiste wie die, die aus dem Wasser gefischt wurde… Der Mann ist völlig aufgelöst, doch die Gräfin hält ihn für einen Schauspieler und freut sich darüber, dass anscheinend ein Suchspiel veranstaltet wird. Sie setzt es sich also in den Kopf, die Truhe zu finden. Was für eine herrliche Abwechslung! Die anderen spielen gezwungenermaßen mit.

Die hohe Dame beschließt, dass sie dieses Spiel spielen will und die Gruppe macht sich auf den Weg zum Kapitän. Doch kaum hat man den Speisesaal verlassen und ist in die Gänge des Schiffs hinabgestiegen, scheint es, als sei alles Leben aus dem gigantischen Stahlkoloss gewichen. Es ist totenstill und man hört nur das Ächzen des Stahls. Es ist schon etwas unheimlich, da das Schiff normalerweise voller Leben ist, selbst um diese Uhrzeit. Zu allem Überfluss scheint Herbert irgendetwas zu riechen, was ihm Übelkeit verursacht. Die Gräfin lästert nur ein wenig darüber und fragt Sandra, ob sie diesen Mann wirklich heiraten wolle. Der hat derweil eine angelehnte Kabinentür entdeckt und wankt hinein, um ins Bad zu gehen. Als er jedoch hineintritt, wird er ganz merkwürdig und betastet das Bett. Nachdem die anderen Männer seinen Verstand anzweifeln, verschwindet er im Bad und übergibt sich.

Die anderen warten geduldig und als es weitergeht, knarrt das Schiff so laut, als würde es gleich auseinanderbrechen. Die Wände des Ganges wirken plötzlich alt, die Farbe ist abgeblättert, überall rostet es und die Decke ist teilweise eingebrochen. Sandra berührt die Wand, doch sie fühlt sich ganz normal an. Die Gräfin ist entzückt über die Effekte und die Mühe, die man sich gemacht hat, um sie zu unterhalten. Herbert flüstert Sandra zu, was er mit dieser alten Schabracke tun soll, doch Sandra meint nur, er solle einfach mitspielen. Und dann, ganz plötzlich, wirkt wieder alles wie vorher, nur dass es noch immer viel zu still ist. Kaum kommt die Gruppe um eine Biegung, scheint ihnen ein grelles Licht in die Augen. Alle anderen Lichter sind ausgegangen und vor ihnen stehen zwei Personen in kantiger Kleidung. Anstelle von Köpfen haben sie so etwas wie Bälle auf dem Kopf, in deren Mitte jeweils ein großes Bullauge eingelassen ist. Sandra verfällt in Panik und die Gräfin bemerkt nur, das Kind verliere wohl den Verstand.

Der Major geht auf die merkwürdigen Personen zu, doch plötzlich sind sie verschwunden und das Licht im Gang ist wieder an. Stattdessen sehen sie das Kind, Magdalena. Sie ist diejenige, die den Ball zu ihrem Tisch hat rollen lassen. Auf die Frage, was sie so spät hier mache und wo ihre Eltern seien, meint sie nur, die seien tot, dann rennt sie davon. Nun denn, meint die Gräfin und man bricht wieder auf, kommt nun allerdings an einem verängstigten Mann vorbei, der eine Flasche Wein leer und etwas von Geistern stammelt. Man beschäftigt sich nicht weiter mit ihm, aber aus einer Kabine hört man: „… Kreis ist gebrochen … sind nicht mehr auf dem Schiff …“ Sandra reißt die Tür auf und erstarrt. Vor ihr ist die Kabine leer und der Boden ist eingebrochen. Vor ihr tut sich nur gähnende Leere auf und sie beginnt, wirr zu lachen. „Dies ist das Ende! Wir sind in der Hölle!“

Auch Dr. Fleischer sieht für einen kurzen Moment, was die junge Frau sieht, nur die Gräfin glaubt ihnen nicht und ist nicht sonderlich amüsiert. Sie fragt sich, was mit ihrem Personal los sei, als der Anwalt völlig entsetzt zusammenbricht und nur noch vor sich hin sabbert. Herbert schleift seine Verlobt mit, als man sich ohne Dr. Fleischer auf den Weg zum Zimmer des Majors begibt. Vor der Tür steht die kleine Magdalene. Beziehungsweise, sie gleitet durch die geschlossene Tür wie ein Geist. Der Major ist erzürnt und will sie ergreifen, doch das Mädchen verschwindet einfach vor ihrer aller Augen. Er reißt seine Zimmertür auf – sieht für einen Moment das vermoderte Innere, dann ist alles wieder normal – und da sitzt das Mädchen auf dem Bett. Seelenruhig erklärt sie, ihr sei langweilig, die Gruppe würde sie langweilen. Auf die Fragen der anderen gähnt sie nur. „Das sagt ihr jedes Mal. Wie langweilig. Ich gehe jetzt ins Bad und bringe mich um.“ Damit springt sie vom Bett und verschwindet im Badezimmer. Nahezu augenblicklich hört man ein Klirren und Schreien.

Herbert reißt die Tür auf und sieht das Mädchen im eigenen Blut auf dem Boden liegen. Die Gräfin bemerkt, wie geschmacklos dies sei. Magdalenas Körper ist von tausenden von Spiegelscherben durchbohrt, doch Herbert, völlig im Wahn bei diesem Anblick, hilft ihr nicht. Stattdessen tritt er auf sie und schreit, man solle endlich damit aufhören und wie nervtötend das alles sei. Sandra ist schockiert und die Gräfin bemerkt: „Siehst du, was ich meine? Der taugt zu nichts.“ Zur Beruhigung will man nun doch zurück in den Speisesaal gehen, die Gräfin will sich beschweren. Derweil erwacht Dr. Fleischer in einem dunklen, knarrenden Gang. Es ist eher Zufall – oder doch nicht? – dass sie sich im Speisesaal treffen, wo ein pompöser Ball stattfindet, um die Gäste vom Schrecken des Zusammenstoßes abzulenken. Die Gräfin beschwert sich bei Silvio über dieses unschöne Spiel, doch der Bedienstete scheint nicht zu wissen, was sie meint.

Während sie noch dort stehen und die alte Dame diskutiert, spüren die anderen missbilligende Blicke auf sich ruhen und einige der Vorbeitanzenden Paare tuscheln miteinander und werfen ihnen verstohlene Blicke zu. Dann entdeckt Sandra eine Frau, die hier völlig Fehl am Platz wirkt. Sie trägt Hosen und auch sonst gar merkwürdige Kleidung und sie sieht die Gruppe mit schockgeweiteten Augen an. Die Gruppe läuft zu ihr, doch als sie sie sieht, ergreift die Frau die Flucht. Man folgt ihr zurück in die Gänge, wo sie um eine Ecke rennt und dann einfach verschwunden ist. Auch die Klänge des rauschenden Festes sind wieder völlig verstummt und man hört nur das Knarren und Ächzen des Schiffes. Da man ohnehin wieder hier ist, will die Gräfin wieder zum Kapitän, dieses Mal allerdings, um sich zu beschweren. Plötzlich durchbricht ein Schrei die Stille und Magdalena rennt aus der Dunkelheit auf sie zu. Völlig überrumpelt und erzürnt über dieses Verhalten, tritt der Major sie heftig.

Dann steigen die anderen über sie hinweg. Doch als sie um die nächste Biegung gehen, steht das Mädchen oben auf einer Treppe vor ihnen. „Das habe ich lange nicht probiert“, ruft sie und wirft sich die Stufen hinunter. Man hört Knochen brechen und dann, mit einem üblen Geräusch, bleibt das Kind leblos am Fuß der Treppe liegen. Sandra fällt vor Schreck in Ohnmacht und Herbert muss sie tragen. Oben angekommen sind es nur noch ein paar Türen bis zur Koje des Kapitäns. Sandra wird gerade wieder wach, da gehen plötzlich alle Türen auf dem Weg auf und eine Menge Leute treten hinaus auf den Gang. Sie blicken die Gruppe feindselig an, tuscheln und zeigen auf einzelne Mitglieder. Der Major lässt sich das nicht gefallen und es kommt zu einer kurzen Schlägerei, ehe Dr. Fleischer die Meute mit seiner Pistole in die Flucht zwingt.

Als sich Herbert noch einmal umdreht, sind die Leute alle verschwunden. Als hätten sie sich in Luft aufgelöst. Dann kommen sie endlich an die Tür des Kapitäns, doch die ist verschlossen. Gemeinsam treten die Männer sie ein und finden – den Kapitän, mit ausgerissenen Augen und zerstochenen, blutenden Ohren. Er schluchzt und die anderen bemerken, dass seltsame, schwarze Runen seinen Körper und die Wände zieren. In einer Ecke liegt die Kiste, welche in vollkommen absurden Winkeln zusammengezimmert wurde. Der Major hebt sie an und bemerkt, dass sie ungewöhnlich schwer ist. Zur Sicherheit schlägt man sie in eine Decke ein, um sie nicht direkt zu berühren, als ein Mann ins Zimmer stürzt und sich mit dem Messer die Kehle aufschlitzt. Die anderen sind geschockt und es dauert einen Augenblick, bis alle sich wieder gefasst haben. Herbert ist vollkommen von Sinnen und schreit Sandra an: „Du hast gesagt, ich soll mitspielen! Aber diese alte Schachtel ist es nicht wert! Das ist doch alles Wahnsinn!“ Mit diesen Worten stürmt er davon. Auch Dr. Fleischer ist entsetzt und schießt drei Mal in die Kiste, in der Hoffnung, das Unheil darin so zu vernichten. Die Gräfin ignoriert die Beleidigungen und schließlich helfen die beiden verbliebenen Männer, die immer schwerer werdende Kiste nach draußen zu schleppen.

Völlig entsetzt von dem Geschehen flieht Sandra nach draußen, wo das Chaos tobt. Paare streiten sich, Leute ziehen sich an den Haaren, beißen und kratzen einander und einige haben sich bewaffnet. Ein paar Körper liegen bereits leblos an Deck. Auch Herbert ist auf Deck und will sich verstecken, als ein blutbesudelter Mann schreiend mit einem Messer in der Hand auf ihn zu rennt. Herbert greift nach einer Metallstange, die in der Nähe liegt und verteidigt sich. Ein gezielter Hieb und sein Angreifer geht zu Boden. Herbert blinzelt – und erstarrt. Es ist kein Mann, es ist ein kleiner Junge, noch keine zehn Jahre alt und seine leblosen, kalten Augen starren ihn anklagend an. Der Anblick lässt Herbert vollends durchdrehen.

Die junge Frau flieht derweil weiter nach oben, in der Hoffnung, sich vor dem Wahnsinn verstecken zu können. Sie ist vollkommen außer Atem, als sie etwas hört. Schritte und ein regelmäßiges KLONG, als würde jemand eine Metallstange gegen das Geländer schlagen, während er langsam die Treppen emporsteigt. „Oh Sandra, Liebling, wo bist du?“, flötet Herbert lieblich, jedoch mit einem gefährlich wahnsinnigen Unterton. Die Frau schweigt. „Lass uns endlich die alte Schachtel erledigen.“ „Was?“, keucht Sandra entsetzt. Ihr Verlobter steht mittlerweile vor ihr, eine schwere Eisenstange in den Händen. „Wo ist das Geld?“, fragt er kalt. „Welches Geld?“ „Na, das du geerbt hast!“ Mit tränen- und angsterfüllten Augen blickt die junge Frau zu Herbert auf, als dieser die Eisenstange hebt und zum Schlag ansetzt.

Etwas weiter unten sehen die anderen, wie Magdalena traumwandlerisch leicht zwischen den sich tötenden Menschen umherstreift. Einmal wird sie von etwas durchbohrt, doch kurz darauf sieht man sie an einem anderen Ort wieder, lebendig. Sie klettert auf den Mast und lässt sich glücklich jauchzend aus dem Ausguck fallen. Plötzlich lässt der Major die Kiste fallen und greift die Gräfin an. „Verfluchte Hure, du hättest mich nehmen sollen!“, schreit er. Dr. Fleischer wirft sich dazwischen und kann den Mann anschießen. Beim zweiten Schuss allerdings klemmt seine Waffe und explodiert ihm in der Hand. Drei seiner Finger werden mit abgesprengt und er geht schreiend zu Boden, während der Major beginnt, ihn zu würgen.

Eine Etage höher steht Herbert blutbespritzt über dem zertrümmerten Körper seiner Liebsten. Er lässt seine Waffe fallen, lacht irre und geht zurück, Schritt um Schritt. Als er an ein Geländer stößt, gibt dieses nach und er stürzt in die Tiefe. Sein verdrehter Körper kommt neben der Leiche von Dr. Fleischhauer zum Liegen und wenige Meter daneben rollt ein Teil vom Kopf des Majors in ihre Richtung. Ein Matrose mit einem großen Messer hockt über dem alten Mann und sticht noch auf ihn ein, als dieser sich längst nicht mehr bewegt. Er wurde von hinten überwältigt, hatte kaum eine Chance.

Die Gräfin schleppt mit letzter Kraft die Kiste zur Reling und wirft sie über Bord, doch das Chaos verebbt nicht wie erwartet. Entsetzt sieht sie sich um, sucht einen Weg, dem Wahnsinn zu entkommen – und entdeckt ein unversehrtes Beiboot. Sie schleicht hin und will hineinsteigen, als ein Mann mit einer Axt, der sich unter der Plane verborgen hatte, auf sie stürzt und ihr die Waffe in die Brust rammt. Gurgelnd stürzt die alte Frau vornüber ins Meer, knapp an einem anderen Rettungsboot vorbei. Sie versinkt in den eisigen Fluten.

Die Gruppe erwacht aus einem angenehmen Schlaf. Man liegt auf dem Sonnendeck und ist wohl eingeschlummert, als man gelesen und sich gesonnt hat. Es ist früher Abend, eine halbe Stunde vor dem Abendessen und leichter Nebel zieht auf.

Fazit

Ein sehr schönes, aber durchaus blutiges Szenario. Ich bin nach wie vor sehr angetan davon und an vieles, was passiert ist, konnte ich mich auch gar nicht mehr erinnern. In meiner ersten Runde haben wir glaube ich nicht einmal die Kiste gefunden, dafür aber mehr nach den „Geistern“ gesucht, während wir diese im neueren Spiel nahezu vollkommen ignoriert und uns nur um die Kiste gekümmert haben. Dumm nur, dass wir nicht darauf geachtet haben, was IN der Kiste ist bzw. sein sollte…

Das Ende des Berichts ist eine Mischung aus altem und neuem Spiel. Mir – der Spielerin von Sandra – ist immer die Szene in Erinnerung geblieben, als ihr Herbert mit der Metallstange folgt, während um sie herum regelrecht Weltuntergang herrscht. In unserem neuen Spiel hat sich das Paar auf dem Ausguck versteckt und wollte allein mit dem Beiboot fliehen. Die anderen sind sich ganz kurz an die Gurgel gegangen, haben sich dann aber nach ein paar netten Worten der Gräfin wieder gefangen und sich beharrlich geweigert, den Wahnsinn weiter auszuspielen. Vermutlich in der Hoffnung, dass es ein Happy End geben könnte, wenn sie überleben. Es sind dann alle mehr oder weniger problemlos ins Beiboot gelangt, dann aber vom Geisterschiff gerammt worden und ertrunken. Da fand ich das alte Ende deutlich spektakulärer, weshalb ich es hier in den Bericht gepackt habe.

Nach wie vor ein gelungenes und lohnenswertes Szenario. Es gibt noch einen weiteren Subplot, den wir aber aus Zeitgründen herausgelassen haben, sodass man deutlich mehr als 4 Stunden Spielzeit herausholen kann. Ich kann es wirklich empfehlen!

2 Gedanken zu “Tod an Bord (Cthulhu)

  1. Toller Bericht, danke dafür. Ich bereite dieses Abenteuer gerade für meine vierer Gruppe vor. Hat die Gräfin bei euch ein starker Spieler oder der SL gespielt? Da sie aus deiner Erzählung ja sehr starken Einfluss auf das geschehen gehabt hat.

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    1. Die Gräfin wurde tatsächlich beide Male von einer Spielerin übernommen. Die Spielerin aus unserer zweiten Runde hat auch sehr viel Einfluss genommen, beim ersten Mal hatten wir eine etwas zurückhaltendere Spielerin, da waren dann die Herren eher die treibende Kraft.

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