Scenic Dunnsmouth – Teil 6 (Cthulhu/Lamentations)

Nachdem ich einige Zeit lang keine neuen Berichte mehr gebracht habe, geht es jetzt endlich weiter mit Scenic Dunnsmouth. Wer sich nach all den Wochen des Wartens nicht mehr erinnern kann, was zuletzt im Sumpf geschehen ist, der sollte seine Erinnerungen etwas auffrischen, denn es geht ausnahmsweise dort weiter, wo wir aufgehört haben!

Die Charaktere (anwesend)

Basil Hammilton: 30 Jahre, Privatdetektiv. Gutaussehender Frauenheld, der halbwegs rational ist, aber ungewöhnliche Fälle liebt.

Wade Chapman: 36 Jahre, Farmer. Hat bis vor einigen Monaten eine Plantage in einer Kolonie beaufsichtigt und denkt, Teehandel ist die Zukunft.

Hazel Fox: 20 Jahre, verträumte Künstlerin mit Bewunderern aus allen Schichten. Malt eher unheimliche Kunst.

Cassandra Glennwood: 32 Jahre, Archäologin. Für sie zählt allein das Geld. Daher hat sie Verbindungen zum Schwarzmarkt.

Vivian Müller: 21 Jahre, Zirkusartistin. Sie ist nicht nur eine begabte Athletin, sondern auch die Wahrsagerin, die die Damenwelt vor Showbeginn erheitert.

Die Charaktere (nicht anwesend)

Frederic Bell: 35 Jahre, ehemaliger Polizist. Aufgrund zu geringer Aufstiegschancen jetzt Leibwächter für den Club.

Peter Bonland: 49 Jahre, Besitzer des Bonland Occultics. Ein Buchhändler und Liebhaber des Okkulten.

Lynn Martins: 27 Jahre, erste Tochter einer deutschen, in die Oberschicht aufstrebenden Familie. Unangepasst und vorlaut, wurde daher in ein Archiv abgeschoben.

Issac Catwell: 41 Jahre alt, rationaler Privatdetektiv, Kettenraucher und starker Trinker mit chronischem Husten und schlechter Gesundheit.

Die Geschichte

Die Versammlung von bekutteten Personen zieht singend in die Kirche ein. Jeder von ihnen trägt eine Maske, deren Augenschlitze kaum Raum zum Sehen lassen. Die Kirchenbänke sind komplett gefüllt. Nacheinander, beginnend von vorne, knien sich die Kuttenträger im Gang hin. Unter ihnen sind auch fünf Personen, die irritiert sind, wie sie überhaupt in diese Situation gelangt sind. Um nicht aufzufallen, machen sie einfach mit. Nun, mehr oder weniger, denn einer von ihnen, Basil, will testen, ob es sich bei den Personen auf den Bänken um Ewig Betende handelt und zieht eine am Ärmel. Die Person kippt leicht zur Seite – eindeutig eine Strohpuppe. Von vorne geht eine unnatürlich große Gestalt durch die Reihen und legt den Knienden die Hände auf den Kopf. Nach der Berührung bleibt etwas Nasses, schweres zurück. Cassandra findet das so unangenehm, dass sie ihre Kutte auszieht. Die anderen halten die Luft an.

Die Gruppe steht mitten im Sumpf und Hazel hat die undankbare Aufgabe, den zwei Damen, die wohl zum ersten Mal dabei sind, ungefähr zu erklären, was eigentlich los ist. Natürlich zweifeln sie ihren Verstand an, aber Wade und Basil unterstützen sie, da sie zumindest ansatzweise miterlebt haben, was hier passiert. Als Hazel beim Fund der doppelten Gegenstände und deren Verfall ankommt, kontrolliert Wade sofort seine Machete und tatsächlich: Sie wirkt alt, ungepflegt und ist voller Kerben und Abdrücke von spitzen Zähnen. Die Gruppe ist unsicher, was nun zu tun ist, als eine unheimliche Musik erklingt, die von überall zugleich zu kommen scheint. Cassandra meint, dies seien wohl Sphärenklänge, Töne aus einer anderen Welt oder aus dem Weltall selbst. Da man nicht noch stärker verloren gehen will, versucht man, sich von dem Geräusch zu entfernen. Dafür bietet sich bald eine Möglichkeit, als in der Nähe Äste brechen und Spuren durch den matschigen Untergrund stapfen. Doch nichts ist zu sehen. Eilig folgen die Verlorenen den Spuren und bemerken, dass die nackten Füße, die die Spuren verursachen, sieben Zehen haben. Da Hazel auch von den Insekten-Kindern berichtet hat und von den mutierten oder verkrüppelten Kuttenträgern, von denen die anderen Frauen glauben, es könnten erwachsene Versionen dieser Kreaturen sein, werden sie und die siebenzehige Kreatur fortan als „Insekten-Kinder-Erwachsene“ bezeichnet.

Während die Musik langsam leiser wird, bemerken sie weitere Besonderheiten an den Spuren: Sie wirken tierartig, fast echsenhaft und die Zehen scheinen halbwegs miteinander verwachsen zu sein. Nach einer Weile sind es plötzlich nur noch sechs Zehen. Sie führen die Gruppe an den Rand des Moores, wo es in eine Art Tal hinabgeht, das seltsamerweise vollkommen trocken ist. Im dichten Nebel entdecken sie einen Baumkreis, in dessen Zentrum ein schwarzer Monolith steht. In einem der Bäume hängt eine Laterne, welche die Szenerie bescheint. Die Bäume sind vollkommen kahl und scheinen sich leicht zum Monolithen hin zu biegen. Möglicherweise ist das hier ein Druidenhain. In die Stämme sind Gesichter eingeritzt, welche zum Monolithen blicken. Möglicherweise sollen sie das Zentrum beschützen oder etwas im Monolithen bewachen…

Als man sich den schwarzen Stein genauer ansieht, entdeckt man Punkte, Striche und Kreise, welche verdächtig nach den Symbolen auf dem Geheimpapier aussehen. Wade bemerkt unterdessen, dass sie beobachtet werden. Zwei Personen in Kutten schleichen um die Bäume herum und einer scheint sogar, auf einen hinaufzuklettern. Die anderen sehen sich näher um und entdecken auf mehreren Bäumen so etwas wie Eimer und auf der Spitze des Monolithen prangt ein Helm mit Hörnern. Basil spricht laut, um ihre Beobachter anzulocken und meint: „Oh, wir müssen diesen unheiligen Ort wohl entweihen!“ Leider hat dies nicht die gewünschte Wirkung und die beiden Personen scheinen in der Dunkelheit zu verschwinden. Vivian wirft einen Stein in die Bäume und einer der Eimer fällt zu Boden. Es ist wirklich nur ein alter, stinkender Eimer, mehr nicht. Die Akrobatin holt die Laterne vom Baum herunter, während sich Basil den „Wikingerhelm“ schnappt.

Nur wenige Minuten, nachdem die das Licht vom Baum geholt haben, erlischt es plötzlich und das Wispern, das Hazel bereits von der Ausgrabungsstätte und aus dem Sarg kennt, setzt wieder ein. Um sie herum nähern sich auf einmal dutzende von Lichtern. Wade scheint dadurch den Verstand zu verlieren, er rennt schreiend in den Nebel und schlägt auf imaginäre Bilder ein. Basil setzt sich derweil den Helm auf – und sitzt plötzlich am Steg. Der Helm sitzt schief auf seinem Kopf und er schaut in den Nebel hinaus. Ein Boot nähert sich dem Steg und die Personen darauf werfen ihm Dinge zu. Er weiß aber nicht recht, was es ist, also sitzt er weiter dort und hechelt. Dann ist er wieder zurück in der Realität.

Als er erzählt, was er gerade gesehen hat, erlöschen die Lichter, die eben noch auf die Gruppe zukamen und Cassandra folgt Wade, um ihn zu beruhigen. Sie sieht, wie er mit dem Nebel kämpft, dann aber trifft ihn etwas am Rücken und beginnt anschließend, über den Boden zu krabbeln. Wade erwacht daraufhin aus seinem Wahn und fängt mit der Frau zusammen das Ding ein. Es stellt sich als einfacher, menschlicher Schädel heraus, in dem sich aber nichts befindet, was hätte krabbeln können. Seltsam…

Die anderen bemerken derweil ein paar Kinder in den Bäumen. Sie tragen seltsame Bronzemasken und Kutten, sprechen aber nicht. Als Hazel ihnen näherkommt, zählen sie die Gruppe und beginnen, Eimer von den Bäumen herunterzuwerfen. Hazel befürchtet, dass das irgendeinen Effekt haben könnte, wenn sie für jeden von ihnen einen Eimer geworfen haben, doch stattdessen verschwinden die Kinder einfach nach dem vierten Eimer. Einen hatte die Gruppe bereits selbst vom Baum geholt. Vielleicht, so mutmaßt die Gruppe, sollen sie damit Wasser holen, also nimmt sich jeder einen Eimer und sie gehen gemeinsam zurück ins Moor. Doch als sie mit Wasser zurückkehren wollen, ist der Weg verschwunden, der ins Tal geführt hat. Sie folgen ihren eigenen Spuren – es sind merkwürdigerweise nicht 5, sondern 7 – und gelangen schließlich an eine Ausgrabungsstätte, an der noch alte Mauerreste zu finden sind.

Basil nimmt sich eine Schaufel, um nach dem ominösen „Würfel“ zu suchen, doch erneut erleidet er eine Vision: Er sieht, wie die Leute hier ihre Arbeit aufnehmen und dann, wie er mitten in der Nacht in ein Zelt geht und einem der anderen die Schaufel in den Mund rammt. Vollkommen verstört berichtet er von diesem Mord und macht sich auf die Suche nach den Überresten. Die Gruppe vermutet, dass die Leute hier wahnsinnig wurden und sich gegenseitig umgebracht haben. Auch denkt man darüber nach, systematisch alle Gegenstände im Lager anzufassen, um mehr über diese Geschichte herauszufinden, doch zunächst hat das keinen Effekt. Vivian und Cassandra beschäftigen sich derweil mit Tonscherben, auf denen sich Wellenmuster oder Zeichnungen von Fisch-Frosch-Hybriden befinden. Auch an den Mauerresten kleben Muscheln, so als hätte man mit ihnen einst ein Wellenmuster in die Wand gemauert.

Während die anderen tatsächlich Knochen finden, hat Cassandra durch eine der Scherben eine Vision. Sie sieht das Meer und dann sinkt sie in die Tiefe, droht zu ertrinken. Unten jedoch, am Meeresboden, glimmt etwas… Dann erwacht sie, nach Luft schnappend, aus der Vision. Die anderen kehren zurück und nach einem kurzen Austausch, was man gefunden hat, gibt es Spekulationen, dass es vielleicht einen Krieg zwischen den Insekten-Menschen und den Fisch-Fröschen gegeben haben könnte oder gibt. Nach einer genaueren Inspektion kommen die Männer außerdem zu dem Schluss, dass dies einst eine römische Kaserne oder mehrere miteinander verbundene Wachtürme gewesen sein müssen. Noch ganz in Gedanken bemerkt niemand, dass sich etwas nähert. Plötzlich werden die Frauen angesprungen: Hässliche, gefleckte Kröten mit dicken Spinnenbeinen, gute 25cm im Durchmesser, acht Augen, Schwimmhäuten und Kiemen krabbeln auf ihnen herum.

Kreischend versuchen die Damen, sich von den Kreaturen zu befreien und töten dabei eines. Die anderen ziehen sich kurz zurück, aber man hört sie und weitere dieser Wesen in der Nähe. Also flieht die gesamte Gruppe, bis sie an einen Hof gelangen, wo es ruhiger ist. Im Hof brennt kein Licht und es riecht faulig und modrig. Bei genauerem Hinsehen bemerkt Wade, dass das Holz aufgedunsen und von Schimmel überzogen ist. Von drinnen ertönen jedoch Geräusche, sodass Wade die Tür eintritt und in das stinkende Innere des Hauses tritt. „Sammy? Und Saul? Ach, ihr Turteltauben“, begrüßt ihn eine schwache Stimme. Cassandra ist hinter Wade eingetreten und sucht nach Wertgegenständen, während Wade sich der Person zuwendet. Es ist Nebukadnezar, der quasi mit Schimmel an der Wand verklebt ist.

Da niemand ihn anfassen will, tritt Wade schließlich die Wand ein und der junge Mann kriecht ins Freie. Die Frauen weichen vor ihm zurück, als er Richtung Wasser kriecht und erklärt, man solle zur Messe gehen. Er selbst könne nicht kommen. Vivian will ihn am Arm festhalten, doch bei der Berührung reißt Nebukadnezars Arm einfach ab: Er besteht quasi nur noch aus Pilzsporen, die miteinander verbunden sind. Sie lässt den Arm schreiend fallen und der Jugendliche gleitet ins Wasser. Zwischen den Sporen, die allmählich zerfallen, findet Wade jedoch eine Münze, auf der ein Auge eingezeichnet ist. Als er es ansieht, öffnet es sich.

Wieder kniet man in der Kirche, in Kutten und mit Maske. Der Prediger vorne hat ein paar Gläser mit den merkwürdigen Frosch-Spinnen auf den Altar gestellt und Cassandra hat ihre Robe abgeworfen. Sie wirkt allerdings viel älter und sieht aus wie jemand, der aus der Gegend stammt. Vivian nimmt ihre Maske ab und der Prediger ruft: „Ah, das erste Opfer hat sich zu erkennen gegeben!“ Nun nimmt auch Wade die Maske ab. „Ja, ein neues Opfer! Jetzt haben wir das Paar! Bring sie zu mir.“ Flüsternd fasst man den Plan, nach vorne zu gehen, um dann die Gläser zu zerwerfen und damit für Panik zu sorgen. Also macht auch Hazel mit, die eine uralte Frau geworden ist.

Als sie nach vorne gehen, rufen die anderen Kuttenträger immer wieder „Verschmelzung!“ und der Prediger nimmt eine der Kreaturen aus einem Glas. Dabei offenbart er, dass seine Haut mit Chitin überzogen ist und sich Saugnäpfe an seinen Fingern befinden. Plötzlich vibriert die Münze, die Wade aufgenommen hat. Er sieht sie an und blickt in das geöffnete Auge.

Es ist ein strahlend heller Morgen. Jeder steht für sich auf, wäscht sich und zieht sich bäuerliche Kleidung an. Sie sind nun plötzlich Mitglieder der Familie Duncaster. Es klopft an den Zimmertüren. „Die Versammlung beginnt gleich. Kommt zur Kirche“, sagt jemand und jeder von ihnen holt etwas unter dem Bett hervor…

Fazit

Nun wird es wirklich merkwürdig. Anscheinend springen wir nicht nur durch verschiedene Zeiten, sondern fahren auch in die Erinnerungen ortsansässiger Personen ein. Oder sind wir gar ihre Wiedergeburten und erinnern uns nur an unser früheres Leben? Gibt es eine Art Hive Mind, der sich mit uns verbunden hat und durch den wir diese merkwürdigen Erfahrungen machen?

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