Detox – Tag 1 (Englisch Eerie)

Detox ist eine weitere Geschichte aus dem Englisch Eerie Buch und handelt von einem modernen Digital-Detox-Camp, in dem man sich von den digitalen Zwängen des Alltags befreien soll. Abgeschnitten von der Außenwelt erlebt eine junge Frau hier einen wahren Alptraum.

Der Charakter

Kate Smith: Ist gerade mit ihrem Studium fertig geworden und nun mit ihrer Studienfreundin Gemma in einem Digital-Detox Camp.

Die Geschichte

13.3.2017

Hallo liebes Tagebuch,

es ist zwar albern, dich nach der langen Zeit wieder auszugraben, aber ich glaube, ohne dich würde ich hier eingehen. Gemma – Kennst du die überhaupt? Das ist die, die immer jeden Mist glaubt, der ihr erzählt wird. Sie war schon Veganer, Vegetarier, Fleischesser, auf nem Yoga- und dann auf nem Bodybuilding-Trip. Immer wenn sie was neues hört, ist sie Feuer und Flamme.

Und genau deshalb sind wir jetzt auch hier mitten in der Pampa. Sie ist jetzt nämlich „spirituell“ und wir machen bei einem Detox-Camp mit, wo man sich von seinem digitalen Leben befreit. Kein Handy, Internet, nichts. Nichtmal meinen MP3-Player durfte ich mitnehmen. Deshalb bist du mitgekommen. Wie peinlich.

Wir haben hier so ’nen Guru, George. Er ist echt nett und hat Charisma, aber irgendwie find‘ ich ihn trotzdem unheimlich. Vielleicht hab ich aber auch zu viele Horrorfilme geguckt. Neben uns sind noch Brianna und Zak hier. Zak ist so ein Midlife-Crisis-Punk in seinen 30ern, ganz merkwürdig. Und Brianna klebt wie ein Kaugummi an George und guckt jeden böse an, mit dem er sich unterhält. Bitch.

Wie gesagt, wir sind hier mitten im Nirgendwo in so ’nem Feriencamp. Paar kleine Holzhütten, wo wir pennen, Lagerfeuer und ne nicht abschließbare Dusche. Das ist echt creepy! Es sind noch ein paar andere Leute hier, aber mit denen hab ich mich noch nicht unterhalten. Die scheinen auch schon länger da zu sein. Ich hoffe, dass ich einfach in ein paar Tagen abreisen kann, ohne dass Gemma mir böse ist. Immerhin hab ichs versucht.

Vorhin wollte ich mich jedenfalls mal in der Umgebung umsehen, bin einen der Wanderpfade entlanggegangen. War auch sehr schön, bis es dann angefangen hat zu regnen wie Sau. Hab mich zwar untergestellt, aber viel gebracht hat es nichts. Bin dann völlig durchgeweicht zurück in meine Hütte und durfte erstmal duschen und mich umziehen. Ich hasse die Natur.

Es wird noch geiler. Später hat George uns dann ’ne andere Route mitgenommen, wo der Weg nicht so matschig war. Dabei hat er über die Schönheit der Natur gequatscht, wie unser Mind durch die Computer vergiftet wird und wie wahre Freiheit hier draußen liegt. Haben dann zwischendrin so ein paar Pseudo-Yoga-Übungen gemacht, um uns zu befreien und „uns der Natur anzuvertrauen“. Sein Gequatsche ist echt zum Kotzen.

Dann wollte er uns ’ne Quelle zeigen, die hier in der Gegend entspringt, aber auf dem Weg dahin kam auf einmal so ’n komisches Vieh aus dem Wald gesprungen. ‚N Widder, glaube ich. Der war voll durchgedreht und ist auf mich los mit seinen Hörnern, keine Ahnung warum. Alle haben voll geschrien und ich konnte grad noch zur Seite springen. Die anderen haben dann angefangen, mit Zeug zu werfen und dann ist das Vieh auch abgehauen.

George meinte, dass das ungewöhnlich wäre und wir in Zukunft lieber nicht alleine losgehen sollten. Brianna hat so hart an seinem Arm geklebt und ihn angehimmelt, dass ich dachte, die knutscht ihn direkt ab. Jedenfalls sind wir dann zu dieser Quelle, die war tatsächlich echt schön. Es war ruhig da, das Wasser plätscherte von der Quelle in einen kleinen Bach. Fehlte nur noch die Entspannungsmusik. Wir haben dort meditiert und George hat der Natur für alles Mögliche gedankt. Danach sind wir dann zurück ins Lager. Habe mich später ein bisschen mit Zak unterhalten, der über die Ziege geflucht hat. Netter Kerl. Er ist hier, weil er sein Leben umkrempeln will. Finde ich ’ne gute Idee, für sowas braucht man viel Mut.

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