Shadows Over Stillwater – Teil 1 (Cthulhu)

Wir haben direkt mit dem Western-Thema weitergemacht, dieses Mal in Form einer Mini-Kampagne: Shadows over Stillwater aus dem Band Shadows Over Stillwater: Against the Mythos im Down Darker Trails Setting. Das Intro-Szenario heißt Lazarus, in Spades.

Die Charaktere

Michael Haselmann: Ein Schönling und halbwegs gebildeter Handelsreisender, der viel Tand verkauft.

Jacob Weiser: Auch Jack O’Lantern genannt, da sein Gesicht nach einer Explosion ziemlich entstellt ist. Er ist sehr muskulös und arbeitet für die Railway Company sowie für die Pinkerton Detektei.

Frank Proper: Ein findiger und skrupelloser Geschäftsmann, der mit einem auffälligen Wagen umherzieht und überteuertes „Black Lobster Elixier“ verkauft.

Lucy James: Hauptsächlich von ihrem Großvater aufgezogen benimmt sich die Dame nicht sonderlich damenhaft. Sie treibt sich als Trackerin und Scout in der Wildnis herum.

Die Geschichte

Reise nach Stillwater

Es ist Sommer. Der 21.6.1877 um genau zu sein. Michael, Jacob, Lucy und ein einfacher Farmer namens Theodor West brechen – ausgesendet von Richter Silas – von El Paso auf nach Stillwater. Dort soll sich Hank Hanratty verstecken, ein gesuchter Betrüger, der allen außer Lucy schon übel mitgespielt hat. Er hat sie diffamiert, bestohlen, betrogen oder enteignet. Eine hohe Belohnung ist auf ihn ausgesetzt und die Gruppe soll in Stillwater nach Treffen mit dem lokalen Marshall die Rolle von Deputies übernehmen, um ihn dingfest zu machen – tot oder lebendig (bevorzugt lebendig). Denn sie sind nicht die einzigen, die von Hank übers Ohr gehauen wurden.

Die Reise verläuft gemächlich, bis sie sich einem merkwürdigen Wagen nähern: Er ist knallrot mit einem schwarzen Hummer auf der Seite. Auf dem Dach schaukelt außerdem die Holzfigur eines Hummers hin und her. Der Fahrer stellt sich als Frank vor und bietet nach einigem Gelaber allen einen Schluck seines Elixiers an, welches eigentlich kaum mehr als schwarzgefärbter Alkohol ist. Nur Lucy lehnt ab, während der dumme Theodor fast dazu überredet wird, sein letztes verbleibendes Geld für das Gesöff herzugeben.

Auch Frank ist schlecht auf Hanratty zu sprechen und schließt sich der Gruppe an. Lucy und Jacob laufen ein Stück vor, weil sie zu genervt von Franks dauernden Verkaufsgesprächen sind und entdecken dabei in weiter Ferne eine Gestalt, die verletzt wirkt. Sie wankt allerdings vor ihnen weg und ihre Spur endet an einer Schlucht, in der weiter unten etliche rostige Bergwerkzeuge liegen. Von der Person fehlt jedoch jede Spur. Die Gruppe findet wieder zusammen, als ein leichtes Erdbeben die Region erschüttert.

Als sie die hügelige Umgebung von Stillwater erreichen, werden sie von Frank Hood begrüßt, einem Minenarbeiter, der einen vermissten Kollegen namens Virgil Wright sucht. Hier in der Gegend haben mehrere Leute einen eigenen Claim, wo sie nach Bodenschätzen graben und einer davon ist verschwunden. Doch nicht nur das, auch die 7- oder 8-jährige Mandy, Tochter der Familie Jacobs, ist seit 2 Wochen verschwunden.

Ankunft in Stillwater

Es wird bereits dunkel, als die Gruppe endlich Stillwater erreicht. Kurz vor der Stadt schält sich plötzlich eine Gestalt, die auf der Lauer gelegen hat, aus der Dunkelheit und verursacht dadurch fast eine Schießerei. Glücklicherweise spricht Jacob sie zuerst an, bevor er schießt. Die Person stellt sich als Hiram Colby vor. Der Mann ist in Fellkleidung gehüllt und trägt einen Kreuzgurt mit zwei Waffen. Er ist Trapper und erst seit Kurzem in der Stadt. Sein Verhalten entschuldigt er damit, dass er vorsichtig sein muss, da es hier in der Gegend üble Gesellen und gefährliche Chiricahua Apachen gibt und er im Dunkeln nicht sehen konnte, wer da auf ihn zukommt. Er wirkt sozial etwas unbeholfen, ist aber überaus neugierig.

Die Gruppe macht sich auf den Weg in die Buena Suerte Cantina, einen von einem Mexikaner geführten Saloon am Rande der kleinen Stadt. Hiram begleitet sie und setzt sich zu ihnen. Er notiert sich dauernd Dinge in einem Tagebuch, seine Schrift wirkt jedoch eher arabisch oder anders fremdländisch und als Michael einen Blick darauf werfen will, packt er das Buch schnell weg.

An der Decke der Cantina hängt eine Art indianisches Glockenspiel, an der Kasse liegt eine Wahrsagekugel und an den Wänden hängt weiterer, merkwürdig aussehender Tand, der an Traumfänger erinnert. Auf Nachfrage hin erklärt der Inhaber, Senor Alejandro Vargas, dass diese Dinge ihn gegen Einbrecher schützen und ein Händler sie ihm vor einigen Wochen verkauft habe.

Während man am Tisch sitzt und speist, bekommt die Gruppe mit, wie ein Bergarbeiter seinen Kumpel immer wieder an seinen Namen erinnern muss, während ein anderer wiederholt seinen Revolver reinigt und darauf besteht, dies noch nicht getan zu haben.

Seltsame Vorgänge

Frank hat in seinem Wagen übernachtet und wird am nächsten Morgen von einem Klopfen geweckt. Ein nackter Mann steht dort, völlig verwirrt und will irgendetwas kaufen. Ohne Geld geht das allerdings schlecht und nach kurzer Diskussion zieht er weiter und klopft an ein Wohnhaus, um dort etwas zu kaufen. Die Gruppe macht sich auf dem Weg zum Marshal, um sich von diesem zu Deputies ernennen zu lassen. An fast allen Gebäuden auf dem Weg dorthin entdecken sie die seltsamen Glockenspiele, Kugeln oder bunte Wetterfahnen. Aus der Kirche hört man den Reverend Augustus Boon wettern und hetzen.

Dann trifft man auf den Totengräber des Örtchens, Rupert Peters, der ihnen sagen kann, dass Hank Hanratty vor etwa einer Woche hergekommen ist, mehr weiß er jedoch nicht. Um sich ein Frühstück zu machen, gibt es einen kurzen Abstecher in den General Store, der sehr chaotisch aufgebaut ist und von Miss Hunter geführt wird. Ihr Mann ist kürzlich von Apachen getötet worden und sie muss den Laden nun alleine führen. Sowohl Jacob als auch Michael machen ihr ein wenig den Hof und sie wirkt geschmeichelt, Lucy dagegen straft sie mit Nichtachtung, was dieser auch ganz recht ist.

Wieder zurück auf der Straße werden sie Zeuge, wie ein Kind seine eigene Mutter nicht erkennt und eine andere Frau ebenfalls glaubt, seine Mutter zu sein. Dann geht erneut ein leichtes Beben durch die Stadt. Irgendetwas scheint hier nicht in Ordnung zu sein. Ist etwas im Wasser, was die Leute verwirrt macht? Aber dann wäre Hiram auch betroffen.

Informationen

Endlich bei Marshal Ted Whiteman angekommen, wird die Gruppe zu Deputies befördert und erhält eine Menge Informationen zu den Vorgängen im Ort. In einer Zelle hockt ein völlig verwirrter Mann, Marty, der von einem auf den anderen Tag in einen Zustand geistiger Umnachtung fiel und nun seit gut einer Woche zu seinem eigenen Schutz hinter Gittern sitzt. Seit etwa zwei Wochen nehmen die Verwirrungszustände bei der Bevölkerung zu und auch der Arzt Dr. Fletcher ist ratlos.

Hank Hanratty wurde am vorhergegangenen Freitag an der Cantina gesehen. Am Samstag darauf ist dann Walter Hill, der eigentliche Deputy des Örtchens, verschwunden. Er wurde zuletzt in den Hügeln gesehen. Und auch die Erdbeben nehmen seit 3 bis 4 Wochen immer mehr zu, kommen häufiger und stärker. Lee Chen, der Chinese, der die Wäscherei betreibt, wird als Sündenbock für alles verantwortlich gemacht, ist aber vermutlich harmlos. Und der ganze Tand, den die Leute angesammelt haben, wurde ihnen von Tim Harlin, einem Händler aus Silver City verkauft oder gar geschenkt. Dieser war vor 6 Wochen in Richtung El Paso unterwegs.

Fazit

Ein gemütlicher, aber schöner Einstieg, der sehr viele Plotstränge enthüllt hat. Es gibt also viel zu tun. Dadurch, dass wir mit ein paar Pulp-Regeln spielen, fühlen sich unsere Charaktere auch etwas heldenhafter an als normalerweise, was durchaus Spaß macht. Ich bin sehr gespannt, wie sich alles entwickeln wird.

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