Blog-O-Quest #44: Regelwerke

Bevor ich es womöglich vergesse gibt es hier nun die diesmonatliche Quest zum Thema Regelwerke. Wie mag ich meine Regelwerke und was ist nun mit meinem eigenen – darum wird es hier gehen.

Umfassend komplex, aufs Nötigste reduziert oder kreativ verpackt: Wie sollte für dich das optimale Regelwerk aussehen?

Weder noch. Ein gutes System braucht keine 400 Seiten voll mit Regeln. Ich weiß, es gibt Leute, die detaillierte und realistische Regeln lieben, aber ich gehöre nicht dazu. Ich möchte keine Detailregeln über Ausnahmesituationen, die dürfen gerne in Zusatzwerke gepackt werden. Auch benötige ich keine jeweils 5seitige Abhandlung darüber, was in jedem einzelnen Zeitalter passiert ist, eine grobe Übersicht reicht mir. Wenn ich anfange zu spielen, werde ich all die Detailinfos ohnehin noch nicht benötigen, weder vom Hintergrund, noch von den Regeln. Der Text darf aber gerne durch Zitate oder kleine Berichte von wichtigen/bekannten NSC aufgelockert werden. Und auch vor Kurzgeschichten schrecke ich nicht zurück, vorausgesetzt, sie sind nicht länger als eine Seite. Ich mag es, auf solche Weise zu sehen, wie man sich die Welt vorzustellen hat und wie man in ihr agiert.

Welche Regelwerke haben dich bisher am meisten überrascht, und weshalb? (Positiv wie negativ)

Da ich leider nicht sonderlich viele Regelwerke besitze, ist das eine schwierige Frage. Ich mochte aber auf jeden Fall das L5R 4E Regelwerk. Es ist nicht nur sehr hübsch aufgemacht, sondern findet für mich genau die richtige Mischung aus allem: Viele kulturelle Hintergründe werden erklärt, sind aber kurz genug, dass sie nicht langweilen. Zwischendurch gibt es immer wieder einseitige Kurzgeschichten, teilweise auch über wiederkehrende Charaktere, sodass man deren Geschichte mitverfolgen kann. Die Regeln sind gut erklärt – im Englischen! Ich habe eine Kurzversion der deutschen Übersetzung gesehen und auf zwei Seiten so viele Rechtschreib- und Zeichenfehler gefunden, dass sich mir die Zehnägel hochgerollt haben.

Ein bisschen enttäuscht bin ich dagegen von Golden Sky. Das Regelwerk ist unübersichtlich, Regeln werden erwähnt aber erst wesentlich später erklärt und Spielbeispiele sind viel zu lang und ausufernd. Entsprechend ist das Lesen sehr anstrengend.

Verwendet ihr Hausregeln, um Regelwerke nach euren Vorstellungen umzuformen?

Manchmal ja. Häufig ist es aber auch so, dass wir statt Cthulhus W100 System einfach mit Nemesis Regeln (ORE) spielen, weil das einfacher und schneller geht und sich viele Regeln deutlich leichter umsetzen lassen. Insbesondere, wenn es sich um kampflastige oder actiongeladene Szenarien handelt, ist ORE klar im Vorteil.

Lest ihr lieber das fremdsprachige Original, oder kauft ihr (auch) die lokalisierte Fassung?

Das kommt drauf an, um welches Produkt es sich handelt. Im Falle von L5R kann man die übersetzte Fassung einfach nicht lesen. Manchmal gibt es das Regelwerk aber auch nur in einer Sprache. Wenn es Englisch ist, dann ist das gar kein Problem, das kann ich fließend lesen. Schade wird es nur, wenn beispielsweise tolle französische oder anderssprachige Werke keine Übersetzung erhalten, da ich diese Sprachen nicht beherrsche.

Hattest du schon einmal die Idee, ein eigenes Rollenspiel-Regelwerk (und ggf. damit verbunden, ein eigenes System) auf die Beine zu stellen? Wenn ja: Was ist daraus geworden?

In der Tat, diese Idee hatte ich bereits vor vielen Jahren. Ich hatte vorher an einer Fantasy-Geschichte geschrieben, als ich die Welt des Pen and Paper entdeckte. Mit GURPS habe ich dann angefangen, die Welt aus meiner Geschichte nachzubauen und zu erweitern. In den letzten Jahren ist das dann umgeschlagen in eine asiatische Welt, was natürlich viele Veränderungen mit sich brachte, die mir nicht immer leicht fielen. Aktuell liegt das Regelwerk bei 227 Seiten und umfasst Regeln, Welt und SL-Bereich plus Glossar. Die (erweiterten) Regeln müssen lediglich noch ein wenig auf ihre Balance überprüft werden und ein paar Länder müssen noch etwas stärker ausformuliert werden. Falls ich es irgendwann als Kickstarter veröffentliche, muss ich vorher noch ein paar rechtliche Dinge mit Greg Stolze klären. Ansonsten fehlen mir nur noch Bilder, da ich aktuell einfach kein Geld habe, um Künstler zu bezahlen. Das ist vermutlich die größte Hürde, die mir noch bevorsteht.

Auf der kommenden AnRUFung werde ich dann auch das erste Mal ein öffentliches Testspiel zu Inyo anbieten. Eventuell werde ich euch davon auch einen Spielbericht zeigen.

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