Karneval des Rollenspiels: Systeme der Magie

Magie im RPG. Großes Mysterium oder reine Wissenschaft? Ich möchte diese Fragen nutzen, um euch ein wenig über Maho zu erzählen, die Magie in meinem eigenen System Inyo.

Einen japanischen Begriff für Magie und Magier zu finden ist gar nicht mal so einfach. Magie wird eher mit den Taten von Priestern und Mönchen in Verbindung gebracht, weshalb L5R beides in den Shugenja verbunden hat, Priestern, die mit den Elementen kommunizieren können. Dort steht der Begriff Maho für Blutmagie und auch in einigen Animes wird Maho eher für schwarze Magie und Hexerei verwendet als für das, was man in Herr der Ringe, Erdsee oder Gilde der schwarzen Magier als Magie bezeichnen würde.

Trotz allem habe ich mich dazu entschieden, Effekte des Glaubens und Magie zu trennen. Für Magier gab es in der Welt von Inyo einst viele verschiedene Namen, von denen sich schließlich der Begriff Mahoshi durchgesetzt hat. In Inyo kann nicht jeder ein Magier werden, man muss als solcher geboren werden. Mahoshi besitzen aber nicht von sich aus Magie, Maho ist eine externe Kraft, die von den Magiern nur in Form gebracht wird. Mahoshi beschreiben sie als Klänge, die außer ihnen niemand hören kann. Sie sprechen aber auch von Fäden, die sie formen müssen. Maho sind also Klangfäden, die nur durch strenge Rituale in eine sichtbare oder spürbare Macht umgewandelt werden können. Deshalb spricht man von „Maho weben“.

Einfach so zaubern kann ein Mahoshi trotzdem nicht. Nur mit Hilfe stark kulturell verankerter Bräuche kann sie wirklich genutzt werden. Gegenstände oder Bräuche, die eine lange Geschichte haben und in der Kultur verankert sind, sind die Ankerpunkte, an die ein Mahoshi die Fäden der Magie anknüpft. Nehmen wir als Beispiel die Teezeremonie. Sie ist eine uralte Tradition, die sowohl religiöse Zwecke erfüllt als auch zur Entspannung eingesetzt wird. Diese Tradition ist so stark in der Kultur verwurzelt, dass Mahoshi die magischen Klangfäden in dieses Ritual einweben können und der Tee somit besondere Wirkungen erzielen kann. Tee-Mahoshi setzen ihre Kräfte meist zur Heilung von Körper und Seele ein, können diese Wirkung aber auch umkehren.

Ein anderes Beispiel bietet das Noh-Theater, bei dem die Darsteller bestimmte Masken tragen. Jede Maske ist seit Jahrhunderten genau vorgegeben, wodurch die Rolle der Figur sofort vom Publikum erkannt wird. Noh-Mahoshi nutzen diese Assoziation, um sich durch ihre Masken besondere Kräfte zu verleihen. Eine Affenmaske verbessert ihre Geschicklichkeit, eine Phönixmaske rettet sie vor dem Tod, usw.

Daneben gibt es noch Mahoshi, die sich auf Kalligrafie, Wahrsagung, Puppen oder das Wetter spezialisieren. Diese unterschiedlichen Ausrichtungen nennt man Schulen. Zu Beginn seiner Laufbahn kann jeder Mahoshi einfache Zauber aller Schulen erlernen. Will er jedoch eine Schule wahrhaftig meistern, muss er sich dieser durch ein aufwändiges und oft nicht ungefährliches Ritual verschreiben. Tee-Mahoshi injizieren sich beispielsweise eine Woche lang kochend heißen Tee, Noh-Mahoshi tauschen ihr Gesicht gegen eine Maske aus, die sich nie wieder ablegen lässt und Kalligrafie-Mahoshi tätowieren sich und beschriften ihren Körper täglich mit neuen, glückbringenden Sprüchen. Wurde das Ritual erfolgreich vollzogen, kann ein Mahoshi keine Zauber von anderen Schulen mehr lernen, da er sich voll und ganz einem einzigen Zweck verschrieben hat.

Mahoshi werden gleichermaßen verehrt und gefürchtet, da niemand weiß, welche Kräfte sie insgeheim beherrschen. Die meisten von ihnen werden außerdem von großer Neugier getrieben und sie erforschen, welche Zauber sie noch entwickeln können und treiben sich und manchmal auch die Welt um sich herum an ihre Grenzen.

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