Cinemancer zurück von der Anrufung

Cinemancer meldet sich zurück von der AnRUFung 2025 – Ruf aus der Tiefe

Lange ersehnt, ähnlich lange von geträumt.

Nach der AnRUFung ist vor der Anrufung.

3 Tage des Wahnsinns.

Wie jedes Jahr ist die AnRUFung ein absolutes Highlight und liefert dann ein Highlight nach dem anderen. Es grenzt an Hexenwerk, ja Zauberei, was das ORGA Team jedes Jahr bewältigt, auf die Beine stellt, bewältigt und sich dabei auch noch steigert. Die AnRUFung ist schon wirklich etwas ganz Besonderes, etwas Einzigartiges in dieser Form. Unvergleichlich in der Con-Landschaft.

Sei es die Orga, die Beteiligten, der ganze Rahmen, die 101 Ideen oder auch einfach das Gefühl von Vertrautheit, Sicherheit, Geborgenheit und Wärme, die von der eingeschworenen Kultistenmasse ausgeht, für das größere Wohl aller! Die Anrufung ist die Frischzellenkur, die ein jeder Ok*kultist*In jedes Jahr benötigt.

Und was für fantastische Spielrunden ich dieses Jahr alles erleben wie erfahren durfte! Danke, danke, danke an ALLE Mitspieler und SLs (bevor ich irgendwelche Namen vergesse, was bestimmt passieren dürfte, alleine durch Hitze, Masse, Ablenkungen und Schlafmangel… Was für ein Schlafdefizit).

In chronologischer Reihenfolge von Donnerstagabend bis Samstagabend wurden gespielt oder geleitet….

The Star Chamber

Ein legendäres Delta Green Szenario von Greg Stolze, gekonnt in Szene gesetzt von Marcus und Simone. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten, langem Intro und zähen „Verhandlungen“ entfaltete sich der Zauber dieses ganz besonderen Szenarios um Perspektivwechsel, das sich groß verbeugt vor Altmeister Akira Kurosawa.

Was hier wieder an technischer Inszenierung abgefeuert wurde, verdient Respekt. Abgepasste Sounds und wunderbar inszenierte Tischausleuchtung treiben die Immersion auf die Spitze. Dazu das authentische Charakterplay von dem alten großen SL Marcus, welches ein faszinierendes Zusammenspiel aus Mimik, Gestik und gekonterter Tonmodulation ergibt. Da kann man echt noch einiges lernen. Unglücklicherweise bekommt mein von Brainrot durchsetztes Hirn die Namen der Mitspieler nicht mehr zusammen…

Unamerican

Der amerikanische Traum, also irgendwie. Wieder eine fantastisch spielfreudige wie kaputte Runde, gesegnet mit begnadetem Spieler*Innen und herrlich viel Drama, Drama und noch mehr Drama. Eskalation pur. Auch nach dem 6ten mal Leiten, entdecke ich immer wieder neue Facetten in diesem wunderbaren Vorstadt-Chaos.

Antonia, Tina und Julia sowie Chris, Tom und Moritz gaben wirklich alles, um den American Dream entweder zu leben oder zu beerdigen. Ihr wart große Klasse! Was für eine Familie! Eine Inspiration!

Genau wie im Vorjahr kann ich nur betonen, was es für eine Freude, Spaß und Ehre es ist Hilmars Co-SL sein zu dürfen und den Wahnsinn gemeinsam zu manifestieren (und mit Props/Verkleidung nur so um sich zu werfen). Danke das ich wieder Teil des Un-American Dreams sein durfte!

Forever Young

Hilmar entführte Marc, Frank, Norman und mich in die 80er, mit einer extra Portion Musik, Nostalgie und Retrofeeling. Als Mitglieder der DGG (Deutsche Geologen Gesellschaft) geht es auf die Suche nach einem ganz besonderen Fund.

Wunderbar stimmungsvoll, auch wenn uns die Story doch nicht so ganz mitgerissen hat, es war was fürs Herz (und die Retrophilie). Inklusive grauenhaft schlechten Gesangseinlagen, wenn Eye of the Tiger, Sweet Dreams, Take on me, Running Up that Hill oder Forever Young geschmettert wurden. Meine Ohren bluten heute noch. 

Titanic Days

An das Amazing Days Trio aka Simone, Patti und Julia. Ihr seid absolut irre. Ihr seid AMAZING! Was für eine MATERIALSCHLACHT. Was ein Aufwand. Um die 400 Arbeits-/Vorbereitungs-/Besprechungsstunden für dies EPOS!!!

Ihr habt mehrfach geschrieben und betont: Vorsicht MINDFUCK und ja da wo MINDFUCK drinsteht (bei euch) gibt’s davon auch eine extra Prise Mindfuck dazu. Erwartungen wurden geschürt… und übertroffen. In viel zu vielen Gesprächen, der Feedbackrunde sowie im Mailaustausch hatte ich bereits das Vergnügen, mitzuteilen, wie fantastisch diese Runde war. Wie einzigartig. Daher fasse ich mich „kurz“.

Die Rolle des Jacks war grandios, meine Rose ein wahr gewordener Traum, perfekt in jeder Hinsicht! Solch ein intensives und harmonisches Zusammenspiel durfte ich bisher seltenst erleben. Die über 20 Mitspielenden kann ich bei weitem nicht mehr aufzählen, muss jedoch Ricarda auf ein Podest stellen, es wird nie wieder eine so unvergleichliche Rose geben wie dich!

Danke an alle Beteiligten für dieses Event der Superlative, bei dem wir wirklich aufpassen müssen mit eventuellen Spoilern, schließlich wird die Titanic nicht ihre letzte Reise angetreten haben, oder etwa doch?

Tod einer Schülerin

Eine weitere Tabu brechende Runde von Henning. Rasant, intensiv, kaputt, zerstörerisch und eine kleine Perle durch die Co-SL Antonia. Das Gespann aus Rektorin Fr. Berger (aka Henning) und Sekretärin Fr. Winkler (aka Antonia) holt aus dem minimalistischen Setting das Maximum raus. Spannendes Konzept, dieses 2 Raum-2 SL Prinzip.

Meine Mitschülerinnen: Hilke, Marie, Klara und Robert(a) versetzten mich zumindest in Teilen in die eigene Jugend zurück. Danke. Was wurde hier getuschelt, gekichert und gelästert. Besonderen Dank an Antonia, deren Fräulein Winkler eine kongeniale Gratwanderung war, faszinierende Darbietung, wie der geistige Zerfall voranschreitet, Minute für Minute.  

Fear of the Dark

Was eine Liebe zum inszenatorischen Detail, was für ein Aufwand bei den Props, was für eine „kleine“ Materialschlacht hier geliefert wurde von Chris und Tina, dazu haufenweise kleine technische Hürden, die bewältigt werden mussten. Chapeau zu all der Vorbereitung, Ideen und Überlegungen. Man – oder zumindest ich – erkannte einige popkulturelle Referenzen und Hommage bzw. Inspirationsquellen.

Bedauerlicherweise macht das Szenario dann nicht komplett „Klick“ und die Spieler waren auch eher etwas passiv, was für solch eine eskalative Freeform Runde nicht gerade eine ideale Voraussetzung ist. Bei mir zollte der massive Schlafmangel dann auch noch seinen Tribut, ich konnte nicht ganz alles geben, wie ich es eigentlich gerne getan hätte.

Trotz all dieser Faktoren eine Erfahrung wert und auch ein etwas anderes Free-Form, ein Kammerspiel der anderen Art mit viel Herzblut der Leitung.

Something Wicked

Cthulhu Meets MacBeth. Dies Dark Ages Cthulhu Szenario hatte ich erst wenige Monate vor der Con selbst gefunden/wiederentdeckt/gespielt und war begeistert. Dann war der Gedanke, auf der AnRUFung wird es doch auch eine Handvoll Shakespeare Enthusiasten geben, oder?

So meldete ich die Runde voller Erwartungen an und was sahen dann meine verwunderten Augen, blitzgeschwind füllte sich die Runde mit einem „Cast“ der besonders erlesenen Klasse: Carmen, Daniel, Moritz, Janna und Jakob zollten mir ihren Tribut, warfen sich in Schale und machten gemeinsam mit mir das „Scottish Play“ unsicher.

Und welche Sorgen ich mir vor der Runde machte, der Schlafmangel zerrte an mir wie ein Nachtmahr. Wo ich bereits am Nachmittag schwächelte, baute ich immer weiter ab. Gedanken, die ich zu Worten spinnen wollte, rissen ab. Verschwanden… wie soll ich so in die Lyrik abtauchen? Doch dann startete die Runde, der Adrenalinpush setzte ein und rhetorische Fähigkeiten kehrten zumindest teilweise zurück und mein exquisiter Cast steigerte schnell die Eskalationsstufen, warf mit Jamben nur so um sich.

Und das Acting, dieses Acting! Shakespeare wäre stolz gewesen. Jeder übertraf jeden, führte Mitspieler in ungeahnte Höhen und setzte den Kreislauf aus Verrat, Gewalt und Verzweiflung immer weiter und weiter. Drama! Baby! Drama! Ihr wart Bühnenreif! Oscarwürdig! Was für eine unterhaltsame, rasante und eskalationsfreudige Runde.

Dies wird mir lange im Gedächtnis bleiben und rundete den Spielrunden-Con-Abschluss wahrlich perfekt ab. Heil dir! Heil dir MacDuff (Jakob)! Der ganz unerwartet als Sieger und neuer König Schottlands sich erhob. Ein wahrer Schotte eben!

Abschluss

Der Con-Blues ist tief, hart und anhaltend. Tränen ronnen am Sonntagbend über mein Gesicht. Tränen, die nicht zurückgehalten werden konnten, immerhin ist die schönste Zeit des Jahres vorbei.

So viele Gespräche, die geführt wurden und dann doch so viele zu den es nicht kam oder viel zu kurz.

Also lasst uns gemeinsam erneut anstimmen:

Another year in Duderstadt wouldn’t do us any harm!

Another year in Duderstadt wouldn’t do us any harm!

Another year in Duderstadt wouldn’t do us any harm!

2 Gedanken zu “Cinemancer zurück von der Anrufung

    1. Wahrlich Schade mein lieber TJ, nächstes Jahr bestimmt. Es wäre mir eine Freude und Ehre!
      Ich hoffe du hattest eine ähnlich großartige Convention?

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