Projekt Pi (Cthulhu)

Die Spieler sind Navy SEALs! Die Besten, die Amerika zu bieten hat! Und sie werden auf eine streng geheime Mission zur Rettung eines Schiffs geschickt, welches militärische Forschungen durchführt. Pulp pur! Das Szenario von Peer Kröger findet sich in der Cthulhu Now Abwärts PDF.

Die Charaktere

Captain Joe „Mojo“ Whitaker: Ranghöchster Offizier der Gruppe. Hat seinen Rang hauptsächlich aufgrund familiärer Beziehungen erhalten. Eigentlich fehlen ihm die wichtigen Führungsqualitäten.

Lt. Mollie „@“ Caple: Junge, afro-amerikanische Computerspezialistin, die schon in ihrer Jugend die NASA gehackt hat. Sie sammelt Material zur Erpressung interessanter Persönlichkeiten – z.B. Whitakers Affäre – um sich abzusichern, falls ihre Pillensucht bekannt wird.

Lt. Edward „Bishop“ Potter: Großer, kräftiger Mann fürs Grobe, Lieblingswaffe Gatlinggun. Im tiefsten Herzen ein wahrer Rassist, der mit seiner Familie, dem Ku-Klux-Klan, schon einige Verbrechen begangen hat.

Die Geschichte

Auf wichtiger Mission

Es ist das Jahr 2001. Eine Gruppe Navy SEALS wird zu einer topgeheimen, ultrawichtigen Mission zusammengerufen. Das amerikanische Forschungsschiff Roger Revelle ist seit vielen Stunden ohne Kontakt, ein Aufklärungsteam ist bei der Suche ebenfalls verschwunden. Das Schiff hat mit besonderen Hochgeschwindigkeitstorpedos experimentiert, jetzt jedoch liegt eine unnatürliche Nebelbank über dem Gebiet, welche jegliche Sicht und Kommunikation verhindert. Man vermutet, dass die Russen versuchen, die Forschungsergebnisse zu stehlen, sodass die Hauptmission die Rettung jener Daten ist, das Leben der Wissenschaftler ist zunächst zweitrangig.

Die Gruppe wird in zwei Teams eingeteilt, welche jeweils von vorne und hinten das Schiff durchkämmen sollen. Team 1 besteht aus Mojo, @, Bishop und Lt. Jackson, Team 2 aus Sharpeye, Stalker und Chopper. Nach akribischer Vorbereitung – immerhin müssen sie zeigen, warum gerade sie die besten sind – geht es mit zwei Motorbooten los. Recht bald sehen sie die Nebelkuppel vor sich aufragen, die ganz gewiss kein natürliches Phänomen ist.

Sie dringen in den Nebel ein und sofort ist die Kommunikation gestört und der Kompass dreht durch. Über die eigenen Funkgeräte besteht noch Kontakt, doch jede Möglichkeit, mit der Außenwelt zu interagieren, ist völlig unterbunden. Nicht einmal @weiß, wie die Russen das geschafft haben. Trotzdem finden sie das Schiff und legen an. Es ist totenstill, keine Menschenseele ist zu sehen. Vorsichtig schleicht man sich vorwärts.

The only easy day was yesterday

Wäre es eine einfache Mission, hätte man nicht Mojos Einheit angefordert. Der Admiral weiß schließlich, was sie alle draufhaben! In diesem Wissen bewegt man sich durch den Nebel. Kurz entdeckt man eine Bewegung, doch kein Geräusch ist zu hören. Wenn es ein Feind war, ist er nicht an einem Kampf interessiert.

Während Team 1 vorstößt, hört @ wie sich etwas im Wasser bewegt. Mojo vermutet sofort russische Kampftaucher und hofft, dass sie die Boote nicht versenken. Der Funkkontakt zu Team 2 ist immer stärker gestört, man versteht kaum etwas, wenn man versucht, sich zu verständigen. Team 1 beschließt, zur Brücke zu gehen, als von hinten ein Platschen erklingt. Irgendjemand ist ins Wasser gesprungen! Man kümmert sich nicht darum, rückt weiter vor. Gerade an der Brücke angekommen erklingen von vorne Schüsse. Mojo ist hin und hergerissen, ob er den Kameraden helfen oder die Brücke sichern soll. Schnell wird jedoch klar, dass nur die eigene Seite geschossen hat und auch nur kurz, von daher ist vermutlich die Bedrohung bereits eliminiert. Zudem hört man ein Scheppern aus der Brücke.

@ und Jackson sichern die Tür, während die anderen beiden hineingehen wollen. Zur Sicherheit werfen sie eine Blendgranate, die jedoch nicht wie erwartet metallisch klingend über den Boden rollt, sondern irgendwie dumpf auf etwas aufklatscht. Es gibt einen Blitz, dann gehen die beiden Männer rein. Drinnen ist alles voller Glibber und Schleim, der Strom scheint abgestellt worden zu sein. Schnell wird klar, dass das Geräusch von einem heruntergefallenen Gerät stammt, welches auf dem Schleim langsam von seiner Konsole gerutscht sein muss. Es gibt keine Anzeichen für Feindesaktivitäten.

Draußen wird Jackson plötzlich von irgendetwas in den Nebel gerissen, verletzt das Ding aber und kann sich befreien. Er hat jedoch nicht gesehen, was es war. Er hat keine offensichtliche Verletzung, jedoch klebt ebenfalls etwas Schleim an seiner Haut. Kurz steigt Übelkeit in ihm hoch und er muss sich heftig erbrechen. Mit der Befürchtung, bei dem Schleim könne es sich um einen chemischen Kampfstoff handeln, setzen sich alle ihre Gasmasken auf, nur um festzustellen, dass es sich um unfunktionale Fälschungen handelt. Es muss sich ein Schläfer auf ihrer Basis befinden! Jacksons Haut nimmt derweil eine leicht grünliche Färbung an und seine Temperatur steigt an. Er klagt über Übelkeit, folgt seinen Gefährten jedoch weiter. Der einzige leichte Tag im Leben ist immerhin gestern gewesen. Das Motto der Truppe.

Affentheater

Dann plötzlich hören sie etwas auf Funk: Ein Admiral Dimitri Ochmorov meldet sich zu Wort, er befinde sich in einem U-Boot und müsse die Gruppe vor etwas warnen. „Hören Sie gut zu…“ Doch die Verbindung ist weiterhin schlecht und bricht wieder ab. Was geht hier nur vor? Team 1 dringt tiefer ins Schiff vor, in den Maschinenraum, um den Strom wieder anzuschalten. Hier finden sie zunächst die Überreste von merkwürdig verformten Äffchen. In der Nähe sieht man den Eingang zu einem Labor, die Schleuse jedoch steht offen und wird sich ohne Strom nicht schließen lassen. Es scheint, es wurden nicht nur Torpedotest hier durchgeführt, sondern auch Tierversuche.

Plötzlich kommt ein großer Gorilla auf sie zu gerannt, ein zweiter springt von weiter oben auf die Gruppe herunter. Die beiden Tiere gehen wie Berserker auf die SEALs los, es kommt zu einem kurzen Feuergefecht. In ihrer Rage sind die Gorillas absolut unberechenbar und die Menschen müssen einige heftige Schläge einstecken. Am Ende obsiegen sie jedoch und wundern sich umso mehr.

Jackson geht es mittlerweile deutlich schlechter. Sein Brustkorb wirkt geschwollen und als @ ihm etwas von der vermeintlichen Flüssigkeit abziehen will, um den Schmerz zu erleichtern, füllt sich die Spritze nur mit grünem Schleim. Jackson schreit vor Schmerz. Er und alle anderen ahnen, dass er diese Mission wohl nicht überleben wird.

Man lässt den Verletzten in einem gut zu verteidigenden Raum zurück, stellt den Notstrom an und rückt zum Labor vor. Hier gibt es ein paar Schutzanzüge, die man sich vorsichtshalber überzieht, um hoffentlich besser gegen das unbekannte Pathogen geschützt zu sein. So langsam glaubt man nicht mehr an die Geschichte mit den Torpedo-Tests. Hier scheint es um genetische Versuche gegangen zu sein, möglicherweise sollte eine biologische oder chemische Waffe erschaffen werden. Hoffentlich gibt das Labor mehr Aufschluss.

Projekt Pi und Projekt Phönix

Im Labor gibt es ein paar Computer und eine Blutspur, die zu einer verschlossenen Kühlkammer führt. Auf den PCs finden sich etliche Mails bezüglich der hier stattfindenden Experimente, die unter anderem an den eigenen Admiral gerichtet sind. Damit ist der Schläfer klar und das Entsetzen groß. Allerdings scheinen nicht unbedingt die Russen hinter den Geschehnissen hier zu stecken, sondern eine geheime Gesellschaft von Forschern. Sie haben ein seltsames Unterwasserlebewesen gefunden und wollten mit seiner DNA übermenschliche Unterwasserkämpfer züchten. Dieses Vorhaben wurde Projekt Pi getauft. Dazu hat man ein Grippevirus genutzt, welches jedoch mutiert ist und das Schiff infiziert hat. Der Übertragungsweg war anfangs das Trinkwasser, ist aber zum Zeitpunkt späterer Mails nicht mehr nachvollziehbar und könnte auch über die Luft erfolgen.

Hinter allem scheint aber noch mehr zu stecken. Mit dem Virus will man auf dem freien Markt ein anderes Geheimprojekt, Projekt Phönix, finanzieren. Die SEALS sollten lediglich neue Testsubjekte sein und entweder die Daten vom Schiff sichern oder infiziert zurückkehren. In der Kühlkammer findet @ den sezierten Körper eines humanoiden Fischwesens, vermutlich jene Kreatur, mit der das Experiment seinen Anfang genommen hat. Doch hier liegen auch etliche Leichen aufgehäuft, viele davon erschossen. Den Menschen sind Kiemen oder neue Organe gewachsen, Organe sind vergrößert oder nach außen getreten, Brustkörbe sind aufgeplatzt und voller Schleim. Dazwischen liegen zwei Männer mit einem Phönix-Tattoo, die SEALs können dies aber keiner Spezialeinheit zuordnen.

Nachdem es alle Informationen gesammelt hat, kehrt Team 1 zurück in den Maschinenraum, wo sich Jackson offensichtlich verschanzt hat und in seinem Wahn einen Kampf mit ihnen anfängt. Im Feuergefecht wird Bishop schwer verletzt und sein Schutzanzug beschädigt. @ zieht los, um den letzten verbleibenden Schutzanzug zu holen. Währenddessen treffen die anderen beiden auf eine Gruppe russischer Soldaten, die sie aber schnell überwältigen können. Beim Labor findet @ eine frische Schleimspur und will sich anschleichen, um die Tür vom Labor zu schließen, wird dabei jedoch von einem unbekannten Wesen verletzt und weggeschleift. Auch ihr Anzug wird dabei beschädigt und dicker Schleim breitet sich auf ihrer Brust aus. Sie schießt wild um sich und verwundet ihren Angreifer dabei, sodass dieser von ihr ablässt. Benommen rollt sie eine Treppe herunter und schält sich aus ihrem Anzug. Vom Lärm ihres Kampfes aufgeschreckt stoßen die anderen beiden wieder zu ihr.

Das U-Boot

Sie befinden sich an einem Hangar für U-Boote, eines davon fehlt. Zunächst fassen sie den Plan, das Schiff zu sprengen, aber langsam ahnen sie, dass der Forscher Spenser, der für all das Chaos hier verantwortlich ist, vermutlich mit dem U-Boot geflohen ist. Ihn sollten sie besser auch stoppen. Plötzlich meldet sich über Funkt wieder Dimitri, der erklärt, er wolle das Schiff mit einem Atomsprengkopf in die Luft jagen. Sie teilen ihm mit, dass Spenser bereits geflohen ist. Dimitri möchte, dass sie ihn finden und zur Strecke bringen. Nichts von dem, was hier passiert ist, darf je an die Öffentlichkeit dringen und das Virus darf die Außenwelt nicht erreichen. Leider wird der Rückzug der Gruppe ins U-Boot behindert, als aus dem Wasser und aus anderen Winkeln des Schiffs dutzende Fischmenschen dringen und sie angreifen. Es scheint dieselbe Spezies zu sein, die Spenser hier für sein Experiment genutzt hat.

Man wehrt sich mit allen Kräften, während man das U-Boot vorbereitet. @ spürt, dass sie infiziert wurde – Übelkeit und Temperaturschwankungen – und übergibt Mojo die eingesammelten Unterlagen. Sie wird heroisch den Rückzug decken, denn als Infizierte darf sie dieses Schiff nicht verlassen. Bishop verteidigt derweil das U-Boot im Inneren vor den Angreifern, stirbt aber, als er den Letzten davon ausschaltet.

Unerwartet treffen zwei überlebende Mitglieder von Team 2 zu ihnen, Sharpeye und Stalker, die nun mit Mojo das U-Boot bemannen und sich auf Tauchstation begeben. Sie werden grob in die Geschehnisse eingeweiht. Es geht tief nach unten zum Meeresgrund und irgendwann verliert man den Kontakt mit Dimitri, der wahrscheinlich oben das Schiff zerstört, wie er es angekündigt hat. In der Tiefe wimmelt es vor Fischmenschen, dann jedoch stößt man auf eine seltsame, untergegangene „Stadt“. Riesige Monolithen ragen aus dem Boden hervor und irgendwo gibt es eine Art Pyramide, aus der das Signal des anderen U-Boots kommt. Mojo zögert, will den Rückzug antreten, als die anderen beiden anfangen, beim Anblick der Stadt den Verstand zu verlieren. Doch die Fischwesen dringen auf das Unterwasserfahrzeug ein und beschädigen die Auftauchmechanik, sodass ihm kein anderer Weg mehr bleibt als nach vorne.

Das große Unbekannte

Sie tauchen in einer Art Unterwasserhöhle auf, in der auch das fehlende zweite U-Boot liegt. Sobald sie die Luke öffnen, werden sie von einem Sniper ins Visier genommen, den sie aber schnell ausschalten können. Bei ihm liegen ein paar wirre Notizen über ein Wesen namens Cthulhu und wie man sein Siegel brechen kann. Der Sniper stand über ein Funkgerät in Kontakt mit Spenser, welcher sich nun meldet und versucht, die SEALS mit Geld und Heilungsversprechen auf seine Seite zu ziehen. Er verrät jedoch nicht, wo er sich befindet.

Von der Höhle führen mehrere Gänge tiefer in ein verwirrendes Höhlensystem. Stalker findet Spuren, denen man folgen kann, doch der Weg ist verwirrend und immer wieder treffen sie auf Fischwesen oder mutierende Menschen. Und dann werden sie auch noch von einem gigantischen, lichtfressenden, tentakelbehafteten Schatten verfolgt, welcher sie allein mit seinem Anblick in den Wahnsinn treibt. Stalker schießt darauf, doch selbst die härteste Salve lässt das Ungetüm kaum zucken. Also rennen die SEALs, so schnell sie können.

Schließlich verletzt sich Mojo am Fuß und befiehlt den anderen beiden, weiterzugehen und Spenser aufzuhalten, während er sich ihrem Verfolger entgegenwirft – der ihn jedoch ignoriert. Ebenso wie all die anderen Fischwesen. Nun dämmert es ihm: Er ist selbst infiziert und sie sehen ihn schon als einen der ihren. Gefangen zwischen Verzweiflung und der Hoffnung auf ein Heilmittel nimmt er den Weg zu Spenser humpelnd wieder auf.

Der Wissenschaftler befindet sich in einer großen, kuppelförmigen Höhle, die voller seltsamer Symbole ist. Ein riesiges Steinportal ist mit Sprengstoff bedeckt und er murmelt unverständliche Dinge. Noch einmal versucht er, die beiden SEALs auf seine Seite zu bringen, doch die lassen sich gar nicht auf sein Gewäsch ein und erschießen ihn, bevor er sein unheilvolles Ritual vollenden kann. Doch es ist zu spät. Spenser hat die Fischwesen zu Hilfe gerufen und sie strömen in großer Menge in den Raum. Die beiden Menschen haben keine Chance. Kurz denken sie darüber nach, das Portal und damit hoffentlich den gesamten Raum zu sprengen, doch da Spenser alles so hergerichtet hat, würde das womöglich seinen Plan nur vorantreiben.

Stalker bringt sich gerade noch in Sicherheit, als ihr Kamerad einen der Sprengsätze zündet und damit in die angreifende Masse springt. Mojo ist unter diesen und mittlerweile viel zu wahnsinnig, um die Gefahr zu erkennen. Er wird von der Explosion zerrissen, Sharpeye allerdings auch. Die große Gefahr ist vorbei. Ihre Kameraden sind gefallen. Völlig desillusioniert und nervlich am Ende sucht Stalker nach einem Ausweg, doch die Höhlen sind groß und die Zahl der Fischmenschen ebenfalls. Sie kann sich nicht ewig verstecken…

Fazit

Definitiv ein spaßiges Szenario. Schon wenn man die Charaktere liest, fühlt man sich ein wenig wie in einem Superheldenfilm. Insgesamt sehr pulpig, aber definitiv nicht schlecht.

Man merkt allerdings, dass es ein frühes oder sogar Erstlingswerk war, denn es gibt ein paar Plotlöcher und Ungereimtheiten, die man sicher hätte besser machen können. Nichtsdestotrotz eine nette Abwechslung und wer ein tolles Szenario für die, die Cthulhu nicht immer 100prozentig ernst nehmen müssen.

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