Der Untergang Japans – Teil 3 (Inyo)

Das Ziel, Tanaka Masao zu retten und dafür reich belohnt zu werden, scheint zum Greifen nah. Die Gruppe ist endlich in Kambe-Mura angekommen und hat eine Dienerin Masaos gefunden. Die Situation scheint ernst zu sein. Werden sie es schaffen, den Samurai zu retten oder kommen sie zu spät?

Die Charaktere

Shin: Sein echter Name ist Matsudaira Shingen. Einst ein Daimyo, nahm er die Schande eines anderen Daimyo auf sich und wurde aufgefordert, Seppukku zu begehen. Enttäuscht, dass ihn der andere nicht verteidigte, weigerte er sich und verlies seine Heimat als Ronin, zusammen mit seinen zwei Getreuen Katakara und Chiiko.

Asuka Yuma: Als Mitglied eines verarmten Samurai-Hauses lebte er lange Zeit auf der Straße und wurde von seinem Bruder getrennt. Nun verdingt er sich als Schmuggler unter dem Deckmantel, ein wohlhabender Teehändler zu sein. Sein Laden liegt in der Küstenstadt Kambe-Mura.

NSC

Katakara: Einer von Shins Gefolgsmännern. Ein guter Krieger und Stratege.

Chiiko: Treue Dienerin von Shin. Ihre Spezialität besteht im Herausfinden von Informationen durch Heimlichkeit und Spionage.

Hisui: Ein Bauernmädchen von etwa 13 Jahren. Nach einem Brand völlig entstellt, hüllt Hisui sich komplett in Kleidung und Bandagen.

Tanaka Shuka: Ehemaliges Oberhaupt des Tanaka-Clans. Sie wurde von einem Oni getötet. Ihr Geist bat Shin und Yuma darum, ihren einzigen Sohn zu retten.

Tanaka Masao: Shukas Sohn und Erbe des Clans. Er ist derzeit in Kambe-Mura, um dort eine Seefahrt zu organisieren, die seine Familie vor den Oni in Sicherheit bringen soll.

Suki: Eine Bedienstete von Tanaka Masao. Sie sucht Hilfe für ihren Meister, der in Gefahr ist.

Yozora: Ein grimmiger General, der derzeit in der Stadt Kobe-Mura nach gefährlichen Fremden sucht. Trägt ein unbekanntes Wappen udn reitet auf einem Kirin.

Die Geschichte

Das lange Warten

Suki, die Dienerin von Tanaka Masao ist ganz außer Atem. Auf Nachfrage berichtet sie, dass sie gerade dabei waren, ihre Habseligkeiten auf das Schiff zu laden. Sie wollten nach Norden fahren, in der Hoffnung, dort den Oni-Angriffen zu entgehen. Mitten am Tag fielen dann plötzlich einige der Diener und Masao selbst in tiefen Schlaf, aus dem sie nicht zu wecken waren. Als dann die Oni kamen, flohen diejenigen, die noch wach waren und Suki suchte Hilfe. Shin schickt zunächst Chiiko los, um die Lage auszukundschaften, während der Rest der Gruppe sich in die Überreste von Yumas Teeladen zurückzieht. Dort führen die beiden zunächst ein hitziges Gespräch darüber, wie Shin Yuma anzusprechen hat, dann, als das Warten auf Chiiko zu lange dauert, denken sie über die Probleme ihrer Mission nach. Wie viele Oni könnten am Hafen lauern, was können sie gegen sie ausrichten?

Schließlich gehen die beiden Männer mit Katakara los, um nach Chiiko zu suchen, Suki und Hisui bleiben versteckt im Keller des Teeladens zurück. Als sie sich dem Hafen nähern, spüren sie eine leichte Müdigkeit aufkommen. Yuma entdeckt eine Häuserecke, wo sie gut verborgen den Hafen im Blick haben. Im Hauseingang liegt auch Chiiko, die offensichtlich eingeschlafen ist. Sie lässt sich nicht wecken. Yuma kann kein Gift oder dergleichen feststellen. Vom Haus aus beobachten sie den Hafen, wo gerade 5 Oni damit beschäftigt sind, Käfige und Kisten voller schlafender Menschen auf das Schiff zu laden. Zwei mit Armbrüsten bewaffnete Oni stehen Wache und ein weiterer, bunt bekleideter steht auf dem Schiff.

Dann wird Yuma von Müdigkeit übermannt und schläft an Ort und Stelle ein. Shin ist überzeugt, dass es ein Zauber ist und fürchtet, keine Chance gegen die Oni zu haben. Noch während er einen Rückzug plant, schlafen auch er und Katakara ein.

Die Suche nach Masao

Shin, Yuma, Katakara und Chiiko sitzen beim Frühstück im Weißen Koi. Es gibt exotische, köstliche Früchte und ein wirklich seltsames Getränk vom Festland: Gesalzene Yakmilch. Furchtbar! Chiiko berichtet, dass sie in der Nacht noch einmal die Stadt besucht und sich genauer umgesehen hat. Sie berichtet davon, wie General Yozora im Alleingang zwei Oni erschlagen hat – mit übermenschlicher Schnelligkeit und Sprüngen über ihre Köpfe hinweg. Dann habe sie im Hafen ein Schiff gefunden, auf das gerade Kisten mit dem Symbol der Familie Tanaka geladen wurden. Die Matrosen dort haben ihr gesagt, dass die Passagiere erst ab dem Morgen an Bord gehen werden, man konnte ihr jedoch nicht sagen, wo sie übernachten.

Yuma und Shin sind irritiert. Sie haben doch Masao bereits „dort“, also in Kambe-Mura, gesehen. Wie kann er dann auch „hier“ sein? Eine verwirrende Situation, mit der sie sich aber für den Moment abfinden. Es ist ihre Mission, den Mann zu finden, also ziehen sie los zum Hafen.

Da die Hauptstraße bereits jetzt gefüllt ist mit Karren voller Güter, Bediensteter und Wachen, nimmt man lieber den von Yozora empfohlenen Weg: Die gewundene Straße rechts vom Weißen Koi. Hier treffen sie auf Toshiko, einen älteren Ronin, der sehr erfreut ein Pläuschchen mit Shin anfängt. Der Mann hat bereits ergrautes Haar und seine Kleidung ist verblasst und voller Flicken, doch er scheint gut gelaunt zu sein. Von einer Oni-Invasion weiß er nichts. Shin begegnet ihm mit zurückhaltender Höflichkeit und schlägt ein weiteres Gespräch am Nachmittag vor. Sie wollen sich in einem kleinen Teeladen direkt um die Ecke treffen.

Als sie wieder ihrer Wege gehen, äußert Yuma Verwunderung über die Geselligkeit des Fremden, woraufhin Shin erklärt, Ronin würden nicht lange überleben ohne eine feste Bruderschaft, dabei blickt er stolz auf seine beiden Kumpanen.

Der Hafen

Im Hafen liegt derzeit nur ein einziges Schiff. Es ist riesig, zu Teilen aus Holz, zu Teilen aus Metall. Große Bullaugen deuten mehrere Decks an, die Segel sind noch nicht gehisst und ein merkwürdiges, rundes Metallrohr ragt aus dem Schiff auf. Drei Stege führen auf das Schiff und die Passagiere stehen in reih und Glied darauf, getrennt nach sozialem Stand. Flüchtig sieht die Gruppe, dass alle Noh-Masken tragen, während die dazwischen umherhuschenden Matrosen so wirken, als hätten sie ein zweites Gesicht über ihrem ersten.

Dann entdecken sie Masao weiter oben auf dem Steg, er ist schon fast auf dem Schiff. Shin geht vor und ruft ihn, doch es kommt keine Reaktion. Auch ein zweites Rufen bleibt erfolglos. Als er sich umschaut, entdeckt Shin auch, wie eine Frau an einem der eingereihten, ärmeren Männer steht und ihn anfleht und an ihm zerrt, doch der Mann bewegt sich nicht und reagiert nicht auf sie.

Die Gruppe vergeudet keine Gedanken an diese Umstände, sieht nicht die lauernde Gefahr oder andere Möglichkeiten, ihr Ziel zu erreichen. Yuma geht schnurstracks zu einem der Matrosen und bittet darum, aufs Schiff gelassen zu werden. Der Mann fragt, ob sie bereits eine Maske besitzen, was Yuma verneint. Aber zum Glück haben die Matrosen noch ein paar übrig. Shin fragt, was es damit auf sich hat, woraufhin der Matrose erklärt, in dem Land, wohin sie fahren, sei das Tragen von Masken eine Form der Höflichkeit und man würde ihnen alles genauer während der Überfahrt erklären. Ohne das weiter zu hinterfragen zahlt die Gruppe den Preis, reiht sich ein und setzt die Masken auf.

Yuma fühlt sich sofort gut, die Farben der Welt scheinen etwas intensiver zu werden, ein Gefühl der Freude erfüllt ihn. Shin wird ganz von der Wirkung der Maske überwältigt, er wird euphorisch und sein einziges Ziel ist nur noch, auf dem Schiff zu fahren und in seiner Kabine zu sitzen. Diese beschreibt er als das schönste, was er je gesehen hat. Das Bullauge, das Wasser draußen, alles fasziniert ihn und er hat keine Lust, das Zimmer, in das sie gehen, zu verlassen. Auch Katakara und Chiiko weigern sich, den Raum zu verlassen und bei dem Versuch, ihnen die Masken abzunehmen, wehren sie sich heftig.

Rettungsversuche

Yuma beschließt, zunächst allein auf Erkundungstour zu gehen. Die Eingangstür ist zunächst verschlossen, doch er findet recht schnell und problemlos einen Schlüssel, mit dem sie sich öffnen lässt. Dann geht er in den stillen Gang hinaus und klopft an Masaos Tür. Es kommt keine Reaktion, auch auf die Bitte nach einem Gespräch hin nicht. Also geht er nach oben an Deck, wo die Matrosen geschäftig umhereilen. Er erhält auch einen kurzen Blick auf den Kapitän, der mindestens 2m groß ist. Dann wird ein Matrose auf ihn aufmerksam und schiebt ihn wieder zurück nach unten. Yuma fragt, ob er nicht hier oben sein darf, woraufhin der Matrose ihn packt und nach Unterstützung ruft. Die Maske wird dem Schmuggler abgenommen und er wird mit einem Kraut betäubt. Als er wieder erwacht, liegt er mit einer neuen Maske im Zimmer. Der Schlüssel ist wieder in der Schublade, in der er auch vorher lag.

Allmählich erwacht auch Shin aus seinem Rausch und nimmt die Maske ab. Sofort verschwinden all die Glücksgefühle, die Welt wirkt grau und belanglos. Yuma ist erleichtert, dass zumindest eine andere Person außer ihm nun bei klarem Verstand ist. Er vermutet, dass sie mit Rauschkräutern in diesen euphorischen Zustand versetzt wurden, weshalb man ihm eine neue Maske gegeben hat, nachdem die alte anscheinend nicht gewirkt hat. Offensichtlich ist er aber immun gegen das Mittel und Shin jetzt hoffentlich auch.

Yuma schaut sich noch einmal die Tür zu Masaos Raum an. Neben einem gewöhnlichen Schloss, durch das er den Mann im Zimmer sitzen sehen kann, gibt es vier weitere Schlösser, die im Inneren der Tür enden und von denen ein leichtes Glühen ausgeht. Der Schmuggler spricht den Samurai an, bittet um ein Gespräch, er habe eine dringende Nachricht seiner Mutter, doch Masao bleibt stumm.

Unverrichteter Dinge kehrt Yuma zurück in sein Zimmer, woraufhin Shin sein Glück versuchen geht. Er tritt vor und spricht Masao ebenfalls an, nur sagt er, er möchte dringend eingelassen werden. Dann versucht er, durch das Schlüsselloch zu schauen, ob Masao sich bewegt und entdeckt dabei, dass nun der Schlüssel von innen im Schloss steckt und halb herumgedreht wurde. Er kehrt zurück und berichtet Yuma von seinem Fund. Dieser ist ganz aufgeregt, anscheinend hat das Ansprechen von Tanaka Shuka doch etwas bewirkt. Er kehrt zur Tür zurück, bittet um Einlass und erklärt erneut, er habe eine wichtige Nachricht von Masaos Mutter. Dann versucht er, eines der glimmenden Schlösser zu knacken, wird jedoch von einer unsichtbaren Kraft zurückgeworfen.

Nun versucht Shin erneut sein Glück, spricht ebenfalls Masaos Mutter an und erhält tatsächlich eine Antwort: „Ich weiß, dass meine Mutter tot ist. Lasst uns doch darüber sprechen, wenn wir angekommen sind.“ Bei diesen Worten klingt er ebenso euphorisch wie Shin zuvor, als er noch unter dem Einfluss der Maske stand. Er zeigt auch sonst keine Regung, die Tür zu öffnen oder dergleichen. Frustriert kehrt Shin zurück und berichtet vom Geschehen.

Die beiden Männer überlegen. Auf Katakara und Chiiko können sie aktuell nicht zählen. Aber sie müssen den Samurai befreien, bevor sie ihr ominöses Ziel erreichen, sonst sehen sie ihn vermutlich nie wieder. Vielleicht sollten sie sich in anderen Teilen des Schiffs umsehen, es muss ja irgendwo Werkzeug geben, mit dem sie die schwere Metalltür öffnen können. Yuma spricht auch seine Theorie aus über das, was seiner Meinung nach gerade passiert: Die beiden Welten, seien sie Traum und Wirklichkeit oder zwei verschiedene Zeiten, geschehen parallel: In der „Anderen Welt“ wurden sie vermutlich genau wie Masao und dessen Bedienstete in Käfige und Kisten gesteckt und jetzt gerade mit dem Schiff an einen anderen Ort transportiert.

Fazit

Dieses Mal haben wir ein wenig länger gespielt als die letzten beiden Male, allerdings stand jetzt das Charakterspiel der beiden SC im Vordergrund. Die erste halbe Stunde bestand daraus, eine Hierarchie zu etablieren und das weitere Vorgehen zu planen. Shins Spieler zeigte zudem wunderbare Rollenspielkünste, als sein Charakter unter dem Einfluss der Maske stand. Ohne dass ich viele Anweisungen geben musste, hat er herrlich übertrieben und meinte nach der Runde, er habe sich fast wie unserer sonstiger Haupt-SL gefühlt, der auch sehr gerne extreme Übertreibungen zur Charakterdarstellung nutzt. Besonders amüsant war für mich am Ende zu beobachten, wie die beiden an die „Befreiung“ von Masao herangegangen sind. Einer geht zur Tür, versucht zweimal, den Mann anzusprechen, geht wieder zurück. Der andere SC versucht dasselbe, dann wieder der erste, dann wieder der zweite. Überhaupt waren die beiden dieses Mal extrem verbissen, ihre Aufgabe zu erfüllen und haben sämtliche Vorsicht fahren lassen. Geplantes Vorgehen und Absprachen – wozu?

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