Der Untergang Japans – Teil 1 (Inyo)

Englisch Eerie macht jetzt erst einmal eine Pause, da ich endlich eine Online-Runde zustande bekommen habe. Ich habe mein Eigensystem Inyo ein wenig umgestaltet, sodass es statt um ein festes Land nun hauptsächlich um Traumwelten geht und damit sehr flexibel ist. Das Startsetting haben sich die beiden Spieler selbst gewünscht. Das alte Japan steht am Rande der Auslöschung: Oni-Armeen sind ins Land eingefallen und zerstören nun alles, was ihnen im Weg steht. Die Menschen fliehen, die Ordnung scheint zerstört.

Die Charaktere

Shin: Sein echter Name ist Matsudaira Shingen. Einst ein Daimyo, nahm er die Schande eines anderen Daimyo auf sich und wurde aufgefordert, Seppukku zu begehen. Enttäuscht, dass ihn der andere nicht verteidigte, weigerte er sich und verlies seine Heimat als Ronin, zusammen mit seinen zwei Getreuen Katakara und Chiiko.

Asuka Yuma: Als Mitglied eines verarmten Samurai-Hauses lebte er lange Zeit auf der Straße und wurde von seinem Bruder getrennt. Nun verdingt er sich als Schmuggler unter dem Deckmantel, ein wohlhabender Teehändler zu sein. Sein Laden liegt in der Küstenstadt Kambe-Mura.

Die Geschichte

Ein kleines Dorf

Als die ersten Flüchtlinge in Kambe-Mura eintrafen und von den Angriffen der Oni berichteten, heuerte Yuma Shin und dessen Gefolge – die wunderschöne Chiiko und den Krieger Katakara – an, um ihn auf dem Weg in die nächstgelegene Stadt zu beschützen. Unterwegs schloss sich ihnen noch das Bauernmädchen Hisui an, das nach einem Brand völlig entstellt ist und seinen Körper komplett verhüllt. Die kleine Reisegruppe ist nun schon eine Zeit lang unterwegs und hat von anderen Flüchtlingen diverse Gerüchte gehört: Der Kaiser sammle ein Heer aus allen Kampfwilligen zusammen, der Kaiser sei tot und die Hauptstadt liege in Trümmern oder einer der Söhne des Kaisers habe die Oni gerufen, um an die Macht zu gelangen. Letzteres hält Shin für sehr wahrscheinlich.

Am vorigen Abend haben die Reisenden ein zerstörtes Bauerndorf entdeckt und sich in einem der wenigen, noch stehenden Häuser zur Nacht begeben. Es war die erste ruhige Nacht seit langem und so erwachen alle gut ausgeruht mit dem Beginn eines neuen, kühlen Morgens. Hisui ist längst auf den Beinen und bereitet das Frühstück zu, während Shin im Freien einige Übungen macht. Das Dorf liegt auf einem Hügel, wodurch man Gefahren schon lange im Voraus erkennen kann. Auf einer Seite liegt ein Wald, bei dem ein paar Bäume umgestürzt sind.

Shin bittet Chiiko, sich das Dorf noch einmal genauer anzusehen. Als sie zurückkehrt, erklärt sie, die Onispuren im ganzen Gebiet seien schon einige Tage alt, es bestehe also keine direkte Gefahr. Die umgestürzten Bäume seien offensichtlich ein Versuch der Bestien gewesen, in den Wald einzudringen, doch dieser ist zu dicht, sodass sie nicht weit kamen. Zudem meint sie, jemanden am Waldrand gesehen zu haben.

Entscheidungen

Yuma findet das alles recht uninteressant und will lieber möglichst schnell weiterreisen. Shin sieht jedoch die Vorteile, die ihnen der Wald als Schutzmantel bietet und auch die Möglichkeit, dass die Bauern sich dorthin zurückgezogen haben, gibt etwas Hoffnung auf ein Bad und gute Bewirtung. So macht sich das Grüppchen zum Aufbruch bereit und begibt sich zum Waldrand. Hier entdeckt man recht schnell Spuren von einer Person, die langsam aus dem Wald hinausführen und anschließend eine ähnliche Strecke zurückrennen. Chiiko führt ihre Begleiter sicher durch das Unterholz und weicht dabei ein paar einfachen Fallen aus. Yuma tut so, als wäre er ein naiver Städter, der keine Ahnung von Hinterhalten und dergleichen hat, erspäht in Wahrheit aber deutlich mehr als Shin.

Nach einer ganzen Weile des Laufens hören sie Stimmen. Während Shin nichts versteht, hört Yuma, wie sich zwei Leute darüber streiten, ob die Leute im Dorf – also die Reisegruppe – Banditen sind oder ehrbares Volk. Da Shin und sein Gefolge sich sofort verstecken und einen Hinterhalt befürchten, nimmt der Schmuggler es in die Hand, auf sich aufmerksam zu machen. Mit einem lauten Seufzen beklagt er sich über den Dreck und die Unebenheit des Bodens. Shin starrt ihn leichenblass und entsetzt an, kann die Dummheit seines Patrons gar nicht fassen. Aufgeschreckt rennen die beiden streitenden Bauern in verschieden Richtungen davon. Shin und Katakara nehmen die Verfolgung auf, Yuma dagegen springt hinter einen Baum, um sich möglichst ungeschickt zu „verstecken“.

In dem Moment, wo Yuma zur Seite tritt und Shin mitten im Lauf ist, haben beide plötzlich das Gefühl, zu fallen. Yuma will noch nach dem Baum neben sich greifen, als ihn Schwärze umfängt.

Das verlassene Anwesen

Als sie die Augen wieder aufschlagen, liegen die beiden Männer auf weichen Futons. Sie fühlen sich erfrischt, als hätten sie erst gebadet. Ihre Habseligkeiten befinden sich ebenfalls in dem hellen Zimmer. Die Sonne scheint durch die Shoji-Wände und Vögel zwitschern heiter. Yuma sucht den Raum sofort nach Geheimfächern und Fallen ab, findet jedoch nichts, außer, dass sich die Türen nach draußen nicht öffnen lassen. Shin geht davon aus, dass sie politische Gefangene sind und macht sich auf den Weg, um mit ihren Häschern über die Freilassung zu verhandeln.

In den Gängen des noblen, großen Anwesens finden sie jedoch niemanden. Es ist totenstill, keine Menschenseele ist zu sehen. Die beiden durchsuchen diverse Räume, die aber größtenteils leer sind. In einem Zimmer finden sie noch einige sperrige Möbel und Schlafutensilien. Aber sämtliche kleineren und Wertgegenstände wurden entfernt. Alles ist sauber, als wäre erst geputzt worden, es gibt keine Spuren einer Plünderung. Dann sehen die beiden aus den Augenwinkeln eine Bewegung, doch im fraglichen Gang ist niemand.

Yuma beginnt, über Geistergeschichten zu sinnieren und wie passend dieser Ort doch sei. Shin hält das für Mumpitz, als sie erneut die Bewegung wahrnehmen. Dieses Mal ist Yuma geschwind, sieht die Spitze eines flatternden Kimonos und rennt diesem nach. Die beiden Männer gelangen an eine ungewöhnliche Tür: Sie ist aus Holz, voller Blumenornamentik und passt überhaupt nicht zum Rest des Hauses. Shin schiebt sie auf, während Yuma sich hinter ihm versteckt.

Hinter der Tür liegt ein herrlicher Blumengarten. Die Sonne scheint, Vögel zwitschern, ein paar Kirschbäume stehen in voller Blüte. In der Mitte der Blumenfelder liegt ein seltsamer Teich: Er ist eckig und mit bunten, flachen Steinplatten ausgelegt, auf denen ebenfalls etliche Blumenmuster zu sehen sind. Shin hat schon einmal von solchen Wasserbecken gehört, kann sich aber nicht erinnern, aus welchem Land sie kommen. Es fing mit In… an, war aber sehr schwer auszusprechen. Es lag irgendwo im Norden auf dem Festland. Trotz des Mangels an Pflanzen im Wasser schwimmen dort einige wunderschöne Fische herum. Die ganze Szenerie wirkt künstlich, fast wie gemalt, die Farben sind viel zu weich, scheinen ineinander zu verlaufen…

Dann bricht das Bild, als wäre ein Spiegel zerschlagen worden und die Scherben fallen zu Boden. Der Tag ist grau, die Bäume ausgerissen, die Blumen zertrampelt. In der Mauer ist ein riesiges Loch und ein Oni steht mitten im Garten, seine blutverschmierte Keule hebt sich gerade von einem unbewegten Körper am Boden. Shin will sich hinter einem der Bäume verstecken und Yuma tänzelt mit der Bewegung des Oni mit, bleibt immer in dessen Rücken. Das Ungetüm mit seinen massiven Hörnern, gelben Hauern und knallroter Haut dreht sich zu Shin um und greift diesen an. Zunächst hat das Monstrum die Oberhand, seine Keule trifft den Ronin zweimal ziemlich übel, während dieser Schwierigkeiten hat, die Rüstung des Oni zu durchdringen. Yuma versucht, dem Feind in den Rücken zu schießen, trifft leider aber nicht. Er wechselt also die Strategie und spannt ein Seil, lenkt dann die Aufmerksamkeit auf sich. Der Oni dreht sich tatsächlich um und stolpert, allerdings nicht so heftig, wie der Schmuggler es sich erhofft hat. Noch während Yuma losrennt, schnellt die Keule des Oni in seine Richtung, trifft ihn mit voller Wucht auf der Brust und schleudert ihn einige Meter weiter an eine Wand, wo er bewusstlos liegenbleibt. Schließlich schafft es Shin mit dem Mut der Verzweiflung, dem Oni einige tiefe Hiebe zuzufügen und ihn schließlich zu fällen.

Die Bitte einer Toten

Nun, da der Oni sich nicht mehr regt, erhebt sich der Geist der Frau, die von ihm erschlagen wurde und gibt Yuma genügend Kraft, um wieder aufzustehen. Sie stellt sich als Tanaka Shuka vor. Shin weiß, dass die Familie Tanaka erst vor kurzem vom Norden Japans in die Gegend gezogen ist. Sie erklärt, ihr Sohn Masao sei bereits mit den Bediensteten losgezogen, um eine Schiffspassage zu sichern. Ein Diener sollte sie holen kommen, sobald alles geregt ist. Kurz nachdem sie aufgebrochen waren, hatte Shuka eine furchtbare Vision: Etwas schreckliches wird mit dem Schiff passieren und sie bittet die Fremden, Masao davon abzuhalten, das Schiff zu betreten. Sie verspricht eine reiche Belohnung, wenn es ihnen gelingt, ihren einzigen Sohn zu retten.

Shin akzeptiert die Aufgabe, dann sind die beiden plötzlich wieder im Wald. Sie klopfen sich etwas Staub von der Kleidung ab, als Katakara und Chiiko mit den beiden flüchtigen Bauern zurückkehren. Diese entschuldigen sich mehrfach, sie dachten, die Gruppe sei eine Bande Räuber, die vor einigen Tagen schon einmal in der Gegend war. Sie folgen den beiden in ihr kleines, eilig errichtetes Ersatzdorf, um dort ihr weiteres Vorgehen zu besprechen. Tanaka Masao ist nach Kambe-Mura gegangen, die Stadt, die die Gruppe eigentlich gerade erst verlassen hat, um den Angriffen der Oni zu entkommen…

Fazit

Eine kurze Runde, die hauptsächlich zur Einführung des Settings und dem Kennenlernen der Charaktere diente. Im Anschluss hatten die Spieler die Möglichkeit, ein paar Wünsche zu nennen, die neben der Hauptgeschichte vorkommen sollen. Für Yuma soll es Begegnungen mit einer Schmuggler- oder Diebesgilde geben, der er angehört. Außerdem ist er auf der Suche nach seinem verschollenen Bruder. Shin dagegen wünscht sich Konflikte mit anderen Ronin und politischen Persönlichkeiten, die ihn eventuell erkennen könnten.

Das Setting und viele Namen, Orte und Gegebenheiten sind an das reale Japan angelehnt, ich bin jedoch bei Weitem kein Experte. Von daher seht bitte über falsche Beschreibungen und Zusammenhänge hinweg.

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