Shadows Over Stillwater – Teil 3 (Cthulhu)

Nach dem Erfolg der letzten Runde geht es aufregend weiter in Stillwater. Nach ein wenig Investigation wird sich zeigen, was der Titel des ersten Szenarioteils „Lazarus, in Spades“ zu bedeuten hat.

Die Charaktere

Michael Haselmann: Ein Schönling und halbwegs gebildeter Handelsreisender, der viel Tand verkauft.

Jacob Weiser: Auch Jack O’Lantern genannt, da sein Gesicht nach einer Explosion ziemlich entstellt ist. Er ist sehr muskulös und arbeitet für die Railway Company sowie für die Pinkerton Detektei.

Frank Proper: Ein findiger und skrupelloser Geschäftsmann, der mit einem auffälligen Wagen umherzieht und überteuertes „Black Lobster Elixier“ verkauft.

Lucy James: Hauptsächlich von ihrem Großvater aufgezogen benimmt sich die Dame nicht sonderlich damenhaft. Sie treibt sich als Trackerin und Scout in der Wildnis herum.

Die Geschichte

Schrecken am frühen Morgen

Nachdem die Nacht durch das Feuerwerk schon sehr kurz gewesen ist, schlägt auch der frühe Morgen mit lautem Krach ein. Knarzen, Brechen und aufgeregte Schreie führen die Deputies zum Haus der Familie Watkins, das nach einem erneuten, leichten Erdbeben dabei ist, im Boden zu versinken. Während Jacob und Lucy sich sofort einen Weg ins Haus bahnen, um die Bewohner (Agnes, Alex und Sohn Avery) zu retten, die in den Trümmern eingeschlossen sind, scharen sich zahllose Schaulustige um das Gebäude. Darunter sind auch etliche stupide Anwohner, die sich in ihrem Wahn verletzen könnten, sinnlose Kommentare einwerfen und teilweise versuchen, selbst ins Haus zu gelangen. Frank nutzt die Situation schamlos aus und preist im strömenden Regen sein Elixier an, um die Aufmerksamkeit der Dorftrottel auf sich zu ziehen. Der Bestatter, Rupert Peters, hilft unterdessen, die Anwohner zu organisieren, um zu helfen.

Ein wütender Mob treibt unterdessen einen kleinen, dicklichen Chinesen vor sich her. Es ist Lee Chen, der Besitzer der Wäscherei, der beteuert, nichts getan zu haben. Michael nimmt sich seiner an und ordnet seinen Verfolgern an, besser beim Haus zu helfen. Um den mutmaßlichen Feuerwerks-Zünder wird er sich später kümmern.

Mit einigen Schrammen und Prellungen schaffen es Lucy und Jacob, die gesamte Familie aus dem immer tiefer absinkenden Wohnhaus herauszuholen. Marshall Whiteman ist mittlerweile auch zur Stelle und sorgt sich darum, dass noch weitere Häuser einstürzen könnten, wenn es so weitergeht. Zudem humpelt er plötzlich. Michael vermutet, dass er vergessen hat, wie man das Bein bewegt, da man medizinisch nichts feststellen kann.

Immer mehr Probleme

Die Gruppe frühstückt kurz, dann ruft die Arbeit. Der Lehrer, Donovan Welles, fragt nach Michael und will seine Hilfe in der Schule, immerhin sei Haselmann ein gebildeter Mann. Der ist jedoch gerade mit Mrs. Hunter beschäftigt, die im Vertrauen zu ihm kommt: Nach dem Feuerwerk in der gestrigen Nacht hat sie verlernt zu lesen. Sie ist völlig schockiert und fragt sich, ob sie vielleicht krank ist. Michael schiebt es auf Stress und Schock über die neusten Ereignisse, was sie ein wenig beruhigt.

Als die Gruppe wieder zusammentrifft, sind sich Lucy und Frank relativ einig: Der seltsame Tand könnte für den geistigen Verfall der Bewohner verantwortlich sein und in der Nacht wollen sie möglichst viel davon entfernen und zerstören. Auch eine Untertunnelung der Stadt hält die Gruppe für möglich, daher will man bald die Claim-Besitzer aufsuchen und sich ihre Mienen ansehen.

Mithilfe des Schmieds kann die Gruppe eine der Kristallkugeln zerschlagen. Außen sieht sie aus wie aus Glas, doch innen wirkt sie eher wie Quarz und scheint für den Bruchteil einer Sekunde silbrig zu glimmen oder schimmern. Da sich niemand von ihnen mit solchem Gestein auskennt, fragt man ein wenig herum und erfährt, dass Frank Hood Ahnung von Mineralien hat. Simple Frank, wie Jacob ihn getauft hat, ist der Gruppe bereits von ihrer Ankunft bekannt. Er sammelt indianische „Relikte“, also Pfeile, Federn und was er sonst noch finden kann.

Nachdem man noch herausgefunden hat, dass das Feuerwerk anscheinend aus Richtung Knife Cut Mesa im Norden kam, begibt sich die Gruppe zunächst in die Kirche, wo der Pastor einmal wieder eine seiner Hetzreden hält. Frank ruft hinein, dass das indianische Klimbim, was alle an ihren Häusern haben, Schuld sei und Jacob und Michael fangen an, auf Deutsch darüber zu diskutieren. „Ist das die Zunge des Teufels?“, ruft einer der Stadtbewohner aufgebracht. „Nee, das ist nur Deutsch“, beruhigt ein anderer gelassen.

Bei Familie Jacobs

Dann erreicht ein völlig erschöpfter Reiter Stillwater. Er kommt von der Jacobs-Farm und berichtet davon, dass diese von Apachen angegriffen wird. Die Deputies und eine Handvoll bewaffneter reiten sofort los. Auf der Farm gibt es jedoch keine Anzeichen für einen Kampf. Nach einem kurzen Gespräch mit Stu Jacobs, dem Familienoberhaupt, stellt sich heraus, dass er am Morgen welche gesichtet habe, die das Plateau hinabgeritten sind, dann aber umgekehrt seien. Sein Gehilfe Herring, der Reiter, sei kurz darauf verschwunden. Da man nur etwa eine halbe Stunde bis zum Anwesend benötigt, muss der Mann stundenlang umhergeritten sein, bevor er Stillwater erreicht hat.

Stu will die Gruppe dazu animieren, die Apachen jagen zu gehen, doch die Dorfbewohner sind seine Rachefeldzüge satt und auch die Deputies lehnen ab, das Wetter ist zu schlecht und von unten hinaufzusteigen bringt sie in eine leicht angreifbare Position. Stu gibt schließlich nach, als die Deputies versprechen, sich dort umzusehen, wo seine Tochter vor etlichen Wochen verschwunden ist.

Sie reiten weiter und sehen sich im Canyon um, wo an mehreren Steinen merkwürdige Rillen zu finden sind. Sie sehen fast aus wie Krallenspuren, sind aber gerade und tief, wie von einem Schwert hineingeschlagen. Lucy entdeckt dazu etliche Schlangenspuren, doch diese Schlangen scheinen deformiert gewesen zu sein, unförmig und mit Auswüchsen.

Dunkle Regenwolken ziehen bald wieder auf, doch Lucy und Jacob, der mittlerweile anfängt, ebenso verwirrt zu sein wie viele Dorfbewohner, begeben sich einen Pfad hinauf, wo sie zuvor eine verkrüppelte, schiefe Person gesehen haben. Diese ist aber auch weiter oben auf dem Pfad nicht zu finden. Lucy versucht, die Indianer dazu zu bringen, mit ihr zu reden, doch nach einem Warnschuss kehren die beiden lieber wieder um.

Barney McGill

Von ihrer Position aus sieht die Gruppe, wie sich mehrere Reiter Stillwater nähern. In der Befürchtung, sie könnten auf Ärger aus sein, macht man sich auf den Rückweg, doch die Reiter sind längst weitergezogen, als sie endlich im Städtchen eintreffen. Man erfährt jedoch, dass sie Farmer aus der Umgebung waren.

Der Marshall und auch die Stallburschen scheinen nun immer mehr der Verwirrung zum Opfer zu fallen, reden darüber, dass Pferde auf Menschen reiten und füllen die Ställe so sehr mit Stroh, dass die Tiere darin keinen Platz mehr haben.

Die Deputies gehen zum Essen in die Cantina, als plötzlich eine ziemlich heruntergekommene Gestalt eintritt. „Das kann nicht sein! Barney McGill!“, stammelt einer der Gäste. Barney hat fahle Haut, die an einigen Stellen bereits in Fetzen von seinem Körper hängt, ein paar Knochen stechen aus seinem Fleisch hervor und er hinkt und stinkt. Vollkommen ruhig geht er zur Bar und fordert etwas zu trinken. Seine Stimme ist rau, trocken und tief, klingt fremd und unheimlich. Angespannt zucken zwei Gäste ihre Waffen. Die Deputies beobachten die Lage zunächst, dann geht Jacob zu dem Fremden, vermutlich Untoten, und spricht ihn an. Die Situation eskaliert, als dieser sich nicht festhalten lassen will. Eine Schießerei entbrennt und selbst der kräftige Jacob kann Barney teilweise kaum aufhalten. Dieser wird von Kugeln durchsiebt und schließlich reißt Mr. Weiser ihm die Arme aus. Erst, nachdem sein Körper völlig durchlöchert ist und vor allem sein Schädel von Kugeln aufgeplatzt ist, begibt sich der Auferstandene zur zweiten und hoffentlich letzten Ruhe und regt sich nicht mehr.

Der Untote sei vor 6 Wochen in den Tod gestürzt, berichtet der einer wenigen Gäste, die nicht schreiend in den Regen hinausgerannt sind. Jacob und Michael machen sich auf den Weg, um Totengräber und Arzt zu holen, während Lucy und Frank mit Hiram Colby im Schlepptau versuchen herauszufinden, wo Barney hergekommen sein könnte. Leider hat der Regen seine Spuren längst verwischt und sie werden rasch auf einen neuen Lynchmob aufmerksam, der dem Chinesen ans Leder will.

Im Licht eines Blitzes sehen die beiden Deputies, wie Hirams Augen gelblich aufleuchten, sagen jedoch noch nichts. Sie beruhigen den Mob und Hiram und Frank bringen Lee Chen ins Gefängnis, während Lucy mit dem Pfaffen das Haus nach Feuerwerk und gottlästerlichen Gegenständen durchsuchen will. Daraus wird jedoch nichts, als im Licht weiterer Blitze eine weitere Gestalt auf sie zu schwankt.

Michael und Jacob lassen sich bei Dr. Fletcher kurz verarzten und erklären ihm die Situation. Der Arzt kann das kaum glauben und folgt ihnen zum Schauplatz. Er ist vollkommen verblüfft über den auferstandenen Toten in der Cantina und bittet die beiden Deputies, ihn in sein Haus zu bringen, damit er den Leichnam untersuchen kann. Als sie jedoch wieder vor seiner Haustür stehen, hört man von drinnen Gepolter. Womöglich die kopflose Leiche von Theodor West, der zuvor auf seinem Seziertisch lag?

Fazit

Es gab wieder einmal großartige Situationen, beispielsweise die Frage nach dem Vornamen von Mr. Herring, dem Botenreiter. „Ist sein Vorname zufällig Red?“ Aber auch Frank hat sich wieder unbeliebt gemacht mit seinem skrupellosen Verkauf seiner Waren.

Dass Hiram nicht normal ist, haben wir ja bereits vermutet, jetzt steht aber zusätzlich „Kein Mensch!“ auf der Speisekarte. Die OT-Ideen reichen von Roboter über Dämon bis hin zu Echsenmensch. Das Auftauchen von Zombies hat etwas überrascht, wobei der Titel eigentlich ein einziger Spoiler ist, wenn man bedenkt, wer Lazarus war.

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