Master and Servants (Unknown Armies)

Eine Gruppe Touristen macht bei der „Haunted Tour of the Queen Mary“ mit. Neben ein paar Geistern finden sie jedoch viel, viel mehr…

Die Charaktere

Peter McGaffney: Assistent des berühmten Gentechnologen Dr. Phelps, den er mit Leib und Seele unterstützt.

Barthelomeus „Baldy“ Maloney: Ein dicker, glatzköpfiger Mann, der Ghostwriter für sein Idol Karl Armstedt ist.

George Rivers: Ein erfolgreicher Headhunter für Jim Shannon. Um an sein nächstes Ziel, Dr. Phelps heranzukommen, hat er sich der Tour angeschlossen, um mit dessen Assistenten ins Gespräch zu kommen.

Mary Wilton: Die treusorgende Ehefrau von George Wilton, dem Besitzer einer Dosenfabrik.

Elizabeth Brady: Sekretärin und heimliche Geliebte von George Wilton, die hofft, dass George seine Frau für sie verlässt.

Die Geschichte

7×7 Geister

In Long Beach liegt das alte Kreuzfahrtschiff Queen Mary im Hafen. Das alte Kreuzfahrtschiff dient nur noch als Hotel und gilt als von Geistern heimgesucht. Natürlich zieht man aus diesem Ruf Profit und so haben sich auch heute wieder ein paar Gäste eingefunden, die bei der Gruseltour mitmachen. Bartholomäus kennt Mary bereits vom Geburtstag seiner Schwester und Mary erkennt Elizabeth als Angestellte ihres Ehemannes.

Nach kurzem Geplauder erscheint der Tourguide der Gruppe, Michael. Er erzählt von den 49 Geistern auf dem Schiff und wie einige von ihnen entstanden sind: Mord, Selbstmord, ein Unfall im Maschinenraum, John Henry, der in Raum 13 starb und so weiter.

Michael führt die Gruppe in die 2. Klasse und will ihnen einen Raum zeigen, die Tür ist jedoch verschlossen. Von irgendwo erklingt eine Spieluhr und man hört das leise Weinen eines Kindes. Die Gruppe macht mit und tut so, als würde sie den „Spuk“ halbwegs ernst nehmen. Michael dagegen wirkt etwas verwirrt und meint, das solle alles nicht so sein. Schließlich öffnet er aber tatsächlich eine der Türen und die Gruppe inspiziert den Raum. Auf dem Bett liegt die Puppe eines Mädchens, das angeblich auf dem Schiff ums Leben gekommen ist und seither nach ihrem Spielzeug sucht. Der Guide hebt sie auf und steckt sie ein, murmelt etwas von: „Das gehört doch gar nicht hierher.“

Der Pool

Als nächstes führt Michael seine Gruppe in den Ankerraum, wo sie plötzlich von einem Mann in Offizierskleidung angesprochen werden. Michael ist erzürnt und will ihn verscheuchen, während die anderen die Darbietung als gelungene Geistererscheinung bewerten: Die Kleidung sieht täuschend echt aus und der „Offizier“ spricht wie aus jener Zeit, als die Queen Mary im Krieg eingesetzt wurde und ein Rettungsboot gerammt hat. Die Geister jener, die dadurch umkamen, sollen noch immer am Schiffsrumpf kratzen.

Dann plötzlich erklingt ein Alarm und ein Ruck geht durch das Schiff, ganz so, als wäre man gerammt worden – unmöglich, liegt das Hotelschiff doch ruhig im Hafen. Als die Gäste sich wieder aufrappeln, sind Michael und der Offizier verschwunden.

Da das wahrscheinlich zur Tour dazugehört, geht man einfach weiter und kommt beim Pool an. Ein paar hübsche Frauen in Badekleidung der 70er räkeln sich dort und schlürfen Cocktails. Ein köstlich aussehendes Buffet ist in ihrer Nähe aufgebaut und die Damen fordern, dass man ihnen Essen bringt. Elizabeth bringt ihnen etwas, während die anderen die Damen, die sie für Schaustellerinnen halten, ignorieren oder über ihre Forderungen wütend werden. Als sie selber von den Speisen probieren, schmecken diese allerdings fad und zergehen im Mund, als seien sie aus Zuckerwatte.

Schließlich will man weitergehen und entdeckt, dass sich die Tür, die ins Türkische Bad führt, geöffnet hat.

Das Türkische Büro

Dampf und Hitze schlägt der Gruppe entgegen. Das Türkische Bad sieht allerdings überhaupt nicht aus, wie es aussehen sollte. Es steht voller Büromöbel und an einem Schreibtisch sitzt ein Mann, der nur mit einem Handtuch bekleidet ist. Er schaut auf und als er Peter entdeckt, fordert er von diesem seine Forschungsergebnisse. Es stellt sich heraus, dass der Mann Dr. Phelps ist, Peters Vorgesetzter. George ist völlig verzückt und überreicht dem Mann seine Visitenkarte, während Peter verzweifelt versucht, im Dampf die gesuchten Dokumente zu finden und sich dabei nicht an den überhitzen Möbeln zu verbrennen. Schließlich findet er, was er gesucht hat und überreicht die Unterlagen dem Forscher.

In diesem Moment öffnet sich eine Tür hinter Dr. Phelps und alle sind froh, der Hitze entkommen zu können.

Die Shannon Group

Sie betreten einen Gang, der dem, in dem sie ihre Führung begonnen haben, ähnlich sieht. Die Tür hinter ihnen hat sich geschlossen und man ist ziemlich verwirrt darüber, was hier vor sich geht. Lange Zeit zum Nachdenken bleibt jedoch nicht, denn ein Windstoß wirft alle Türen auf und Berge von Bewerbungsunterlagen der Shannon Group flattern durch den Gang.

George und Elizabeth sammeln diese auf. Aus einem Zimmer hört man einen Mann telefonieren, die Tür schlägt dabei immer wieder auf und zu. Mit den Zetteln klemmt Elizabeth das Scharnier fest und man tritt in das Büro. Mr. Shannon sitzt dort und telefoniert mit jemandem. Er zieht über einen Angestellten her, der furchtbar inkompetent sei, den er aber trotzdem nicht feuern wolle, weil ihm der arme Kerl leidtäte. Allen ist klar, dass er wohl über George herzieht, nur George sieht das nicht. Er hält seinen Vorgesetzten für einen gutherzigen Menschen. Die anderen streiten ein wenig mit Mr. Shannon, ziehen sich aber schließlich zurück, bevor dieser ihnen seine Security auf den Hals hetzt. George kann unterdessen aber trotzdem punkten, als er sein treffen mit Dr. Phelps erwähnt, den er für seinen Boss abwerben soll.

Geistererscheinungen

Während George noch mit seinem Boss beschäftigt ist, hören die anderen aus dem Raum gegenüber seltsame Laute und eine Spieluhr. Es ist der Raum des Kindermädchens, zumindest besagt dies das Schild an der Tür. Laut Michaels Erzählungen hat diese Dame ihre Aufsichtspflicht verletzt, was dazu geführt hat, dass das Mädchen unter ihrer Aufsicht verblutet ist.

Als man in das Zimmer schaut, liegt die Frau auf dem Bett und telefoniert mit jemandem. Ganz offensichtlich geht es am Hörer heiß zur Sache und die Frau ignoriert die Gruppe, während sie lustvoll ins Telefon stöhnt. Unter einer zweiten Tür im Raum rinnt Blut hervor, woraufhin Mary versucht, die Frau auf das verletzte Kind, das man drüben weinen hört, aufmerksam zu machen. Die Frau ist wütend über die Unterbrechung, steht aber nicht auf. Schließlich reißt Mary ihr das Telefon aus der Hand, was dazu führt, dass das Kindermädchen aufspringt und Holzpflöcke aus ihren Fingerspitzen treten, mit denen die die Hausfrau attackiert. Als die Pflöcke heraustreten, klingt es außerdem so, als ob ein Bettlaken reißen würde.

Es kommt zu einer kurzen Verfolgungsjagd, als die Furie Mary verfolgt, nachdem diese versucht hat, das Kindermädchen anzuzünden. Nachdem dieses sein Telefon wieder zurückhat, lässt es von seinem Opfer ab und telefoniert weiter. Den anderen fällt schließlich ein seltsamer Spiegel im Raum auf, durch den sie hindurchgehen.

Ein Mann, zwei Frauen

Und dann stehen sie in Elizabeths Wohnung. Kaum dort angekommen, klopft es an der Tür und Marys Ehemann George tritt herein. Er fällt seiner Geliebten sofort um den Hals, ohne zu bemerken, dass seine Frau ebenfalls im Raum ist. Mary scheint die Situation missverstehen zu wollen, denn sie freut sich sogar darüber, dass Elizabeth ihm sogar in ihrer Freizeit hilft, sich zu entspannen. Sie geht sogar so weit, in die Küche zu gehen, um ihrem Liebsten etwas zu kochen. Die Männer im Hintergrund stehen nur mit offenem Mund dar und scheinen nicht fassen zu können, in was für ein Szenario sie hier geraten sind. Und dass die beiden Frauen die Dreiecksbeziehung scheinbar tolerieren.

Schließlich springt George Milton jedoch durch einen Spiegel und die Gruppe folgt ihm. Sie findet sich im Haus der Miltons wieder, wo George sich über Marys Ankunft freut und so tut, als würde er Elizabeth gar nicht kennen. Die bleibt natürlich still, um nicht noch einen Streit oder dergleichen auszulösen. Als er das nächste Mal durch den Spiegel flieht und die Gruppe ihm folgt, findet sie sich an Deck eines Schiffes in der viktorianischen Ära wieder.

Die Bibliothek

Scheinbar befindet man sich gerade in einer Krisensituation, denn eine große Menschenmenge steht um eine Treppe versammelt, der Offizier vom Anfang steht oben und hält eine Pistole, während Passagiere in Rettungsbooten zu Wasser gelassen werden. Unter allen Gästen befindet sich auch ein kleines Mädchen, das seine Mutter sucht. Zur Beruhigung gibt ihr Elizabeth die Puppe, die Michael anfangs gefunden hatte. Als das Kind diese annimmt, beginnt eine Spieluhr zu spielen und alle Personen um sie herum wiegen sich wie in Trance im Takt der Musik. Dies nutzt die Gruppe, um am Offizier vorbei durch die Tür zu fliehen, die er blockiert hat.

Kaum sind sie hindurchgetreten, ist das Kind fort und man steht in einer riesigen Bibliothek. Karl Armstedt sitzt an einem Schreibtisch und kritzelt etwas auf ein Blatt Papier. bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass das Blatt leer ist. Mit rüdem Ton befiehlt er Bartholomeus, sich ans Lektorat zu machen. Peter beginnt, ihn zu einem seiner früheren Bücher auszufragen und stellt fest, dass der Autor anscheinend nichts über sein vermeintlich eigenes Werk weiß. Wütend nimmt Peter eines der Bücher und wirft es in den Kamin, woraufhin alles beginnt zu brennen.

Bartholomeus versucht, sein Idol aus den Flammen zu retten, doch die Männer ziehen ihn durch eine Tür in Sicherheit, bevor der gesamte Raum von den Flammen verschlungen wird.

Die hungrige Meute

Sie kriechen aus dem Ofen einer Schiffskombüse und ahnen schnell, wohin sie nun geraten sind. Michael hatte ihnen zu Beginn der Führung erzählt, dass einst Soldaten auf dem Schiff den Koch in den Ofen gesteckt und anschließend verspeist hatten, weil ihnen sein Essen nicht geschmeckt hat. Tatsächlich finden sie einen vollkommen verbrannten Mann, der vor Schmerzen wimmert und nur warnt, dass sie gleich wiederkommen werden.

Panisch verbarrikadiert sich die Gruppe, als sich im Gang gut 50 Soldaten mit Besteck versammeln und sich sogar freuen, als sie hören, dass sich mehr als nur eine Person in der Küche befinden. Mary schafft es nach einigen Momenten der Furcht, an die Vernunft der Soldaten zu appellieren. Der Offizier schwingt daraufhin die Türen auf und beglückwünscht sie zu ihrem Mut. Die Soldaten lassen die Gruppe passieren und sie gehen in den dunklen Gang.

Aufstieg

Die Gruppe erwacht im Ankerraum, wo ihre merkwürdige Reise begonnen hat. Plötzlich haben sie alle den Wunsch, niederzuknien und über ihre Liebe zu ihrem Idol zu sprechen. Und dann fällt ein Licht vom Himmel herab und erleuchtet Peter, hüllt ihn ein und er steigt in den himmlischen Rat auf.

Die anderen erwachen aus einer Art Trance und gehen ihrer Wege, vergessen nach und nach das seltsame Erlebnis und gehen weiterhin ihrem normalen Leben nach.

Fazit

Ein nettes Szenario für Zwischendurch. Alle Charaktere spielen denselben Avatar, den des Blinden Dieners. Die Geistererscheinungen sind eher Nebensache in diesem Oneshot, denn eigentlich geht es darum, wer von der Gruppe in den Himmlischen Rat aufsteigen wird. Ein bisschen schade war hierbei, dass jeweils nur eine spezifische Aktion in der eigenen Szene Bonuspunkte gibt und dass man mit einem W10 sein Ergebnis auswürfelt. Ich hätte mir hier eher ein kleinteiligeres Punktesystem gewünscht, damit einzelne Aktionen mehr Einfluss auf die eigenen Chancen haben. Insgesamt hat es aber viel Spaß gemacht, vor allem, wenn man beobachten konnte, welche Umgangsformen die anderen jeweils erdulden.

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