Was ist „Cthulhu Wars“?

Ein mächtiger Kickstarter liefert derzeit ein Spiel aus den Tiefen R’lyehs aus – Cthulhu Wars! Nur wenige Tage nach Erhalten haben wir es sogleich ausprobiert. Hier erfährst du also mehr über dieses neue Brettspiel.

Vorab eine kleine Entschuldigung für die schlechte Bildqualität. Meine Kamera wollte nicht so wie ich, aber der Artikel sollte nicht unbebildert raukommen…

Worum geht es?

Man spielt Kultisten verschiedener Großer Alter, die nun beschworen werden und die Welt vernichten wollen. Derjenige, der die meisten Doom Points erwirtschaftet, gewinnt – er ist der Zerstörer der Welt, der Herr der Apokalypse.

Cthulhu-Fraktion und Cthulhu Alternativmodell

Wie funktioniert das?

Zu Anfang sucht sich jeder Spieler eine Fraktion aus: Cthulhu, Nyarlathotep, Shub-Niggurath, etc. Jeder davon hat 6 Kultisten und zwei bis drei niedere Monster wie die Schwarzen Jungen oder die Hetzenden Schrecken. Auf einer Karte stehen die Punktkosten aller Einheiten, deren Kampfwerte, die Fähigkeiten des jeweiligen Großen Alten und 6 Aufgaben, die sich je nach Großem Alten unterscheiden. Während sich die Ziege beispielsweise möglichst weit ausbreiten muss, verseucht der König in Gelb die Welt, um diese Aufgaben zu erfüllen. Jede Fraktion hat also einen völlig anderen Spielstil.

Die schwarze Ziege

Jedes Mal, wenn man eine Aufgabe erfüllt, erhält man ein sogenanntes Spellbook. Es gibt 6 Spellbooks, aber die Reihenfolge, in der man sie freischaltet, ist völlig dem Spieler überlassen. Das Regelbuch gibt allerdings Empfehlungen zum Spielstil und der Reihenfolge, sodass man nicht völlig auf sich gestellt ist. Trotzdem ist es nicht immer einfach, zur richtigen Zeit das richtige Spellbook zu nehmen. Besonders zu Anfang merkt man erst später im Spielverlauf, wie gut sich eine andere Kombination am Anfang geeignet hätte. Aus diesem Grund wird vermutlich auch empfohlen, dass jeder Spieler für eine gewisse Zeit erst einmal immer dieselbe Fraktion spielt, um sich deren Spielstil anzueignen, bis man ihn vernünftig beherrscht.

Hastur/König in Gelb Fraktion

Auf einer Weltkarte müssen nun die Kultisten Portale errichten, sich diese gegenseitig abjagen und neue Monster beschwören, die dann feindliche Kultisten gefangen nehmen oder besiegen können. Zu Spielbeginn hat noch keiner viel Angriffskraft und man versucht, sich erst eine Basis an Monstern und Portalen zu schaffen um Punkte für die nächsten Runden zu sichern, mit denen man dann besser agieren kann.

Weltkarte in Runde 1

Wenn alle ihre Aktionspunkte aufgebraucht haben, bekommen sie neue. Hierfür werden beispielsweise die eigenen Kultisten und Portale gezählt. Je mehr man davon hat, desto mehr Punkte hat man in der nächsten Runde für Aktionen zur Verfügung. Ist einer der Spieler völlig abgeschlagen, erhält er aber auch Punkte, damit er nicht vollkommen hilflos ist und gar nichts mehr machen kann.

Weltkarte gegen Ende

Als nächstes bekommt man sogenannte Doom Points, die Siegespunkte. Ziel ist es, seine 6 Spellbooks freizuschalten und mindestens 30 Doom Points zu erringen. Diese erhält man für Portale, Sonderaufgaben und durch Elder Signs. Elder Signs wiederum erhält man, wenn man ein spezielles Ritual abhält oder ebenfalls über Sonderaufgaben, das aber deutlich weniger. Da das Ritual viele Aktionspunkte kostet, wird es besonders am Anfang eher ignoriert und erst interessant, sobald die Spieler über 10-12 Aktionspunkte pro Runde kommen, da es sich erst dann wirklich lohnt. Je nach Spielerzahl kann man das Ritual nur 5 bis 8 Mal anwenden, dann endet das Spiel automatisch. Hat dann niemand die erforderlichen 30 Doom Points – Elder Signs geben jeweils 1 bis 3 – und die 6 Spellbooks, gewinnen die Menschen und die Großen Alten werden gebannt. Die Apokalypse ist abgewendet.

Was sollte ich noch wissen?

In der Core Box sind 4 Fraktionen enthalten: Cthulhu, Nyarlathotep, Shub-Niggurath und Hastur. Im Kickstarter gab es zusätzlich eine 5. Fraktion, da die Karte im Grundspiel für 5 Spieler ausgelegt ist. Auf der Rückseite der Karte ist eine andere Karte für mehr als 5 Spieler – ich fürchte aber, dass diese zu klein ist für all das Chaos, das schnell auf dem Board herrschen kann.

Kriechendes Chaos

Insgesamt gibt es 9 Fraktionen, etliche universal einsetzbare Kreaturen und mehr als 10 Expansions, die das Spiel zum Teil völlig verändern. Jede Fraktion spielt sich vollkommen unterschiedlich. Ithaqua kann beispielsweise Eismarker aufs Feld legen, Hastur bringt den König in Gelb als zweiten Großen Alten mit und Shub-Niggurath kann ihre Kultisten Kampfwerte verleihen. Cthulhu wird als der einsteigerfreundlichste Große Alte beschrieben, leider konnten wir ihn aufgrund fehlender Spellbooks nicht ausprobieren und müssen auf die Nachlieferung warten.

Die Miniaturen sind extrem detailliert und sehen großartig aus. Jede Fraktion hat ihre eigene Farbe, sodass die Unterscheidung denkbar leicht fällt und die Miniaturen sind auch innerhalb einer Fraktion gut unterscheidbar. Das Spielgefühl erinnert ein wenig an Blood Rage und es kann ähnlich viel Chaos auf dem Board entstehen wie bei Rising Sun.

Meine Erfahrungen

In unserem ersten Spiel haben wir Hastur, Shub-Niggurath und Nyarlathotep gespielt. Ich war Nyarlathotep, dessen Miniatur ich aus Frust irgendwann Patrick Starfish getauft habe. Da ich mich gleich in der ersten Runde auf ein falsches Ziel konzentriert habe, kam ich überhaupt nicht voran, was ein wenig frustrierend war. Die anderen beiden Spieler haben mich dann in der dritten Runde aus Mitleid ein wenig in Ruhe gelassen, sodass ich dann doch endlich ein paar Spellbooks sammeln konnte und dadurch auch aktionsfähig wurde. Nyarlathotep ist ein langsamer Großer Alter, dessen Monster eher passive Kampffähigkeiten mitbringen, wenn aber er selbst aufs Feld kommt, ist er eine fast unaufhaltsame Kampfmaschine. Er kann nur von anderen Großen Alten getötet werden und stiehlt allen anderen Aktionspunkte.

Die Ziege dagegen sammelte relativ schnell ihre ersten Spellbooks. Oh, ich stehe jetzt in x Ländern, Spellbook. In ein oder zwei Ländern mehr, nächstes Spellbook. Dadurch hat sie einen ziemlich guten Start hingelegt und das Spiel auch bis zum Ende dominiert und gewonnen. Hastur dagegen hatte sich am Anfang auch das falsche Spellbook ausgesucht und erst gegen Ende bemerkt, wie großartig ein anderes gewesen wäre. Er beschwört gleich zu Anfang den König in Gelb, einen recht günstigen Großen Alten, der dann Zombies erschafft und durchs Land zieht, um diese zu verseuchen. Für diese Verseuchungen bekommt er Extrapunkte und da er jedes Mal aufs Neue Untote ansammelt und diese ohne Kosten mit sich zieht, kann er ziemlich schnell eine bemerkenswerte Armee zusammen bekommen.

Anfangs haben wir fast nur unsere Kultisten platziert und uns mit einzelnen Monstern ein oder zwei Portale streitig gemacht. Viel passiert ist da noch nicht, es war eher ein Austesten der eigenen Fähigkeiten und Verfolgen leicht erreichbarer Ziele. Dann, in der Mitte des Spiels, hat dann jeder möglichst viele Monster beschworen und es wurde häufiger um Portale gekämpft. Meist wurde immer eine Runde vorbereitet und die nächste dann zum Entfesseln der Kräfte genutzt. Und dann hatte jeder genügend Aktionspunkte, um seinen Großen Alten zu beschwören, was direkt alle in derselben Runde getan haben. Zu diesem Zeitpunkt war das Spielbrett auch schon so voll, dass man manchmal nicht mehr alle Figuren auf dieselbe Region stellen konnte. Und das mit nur 3 Spielern! Es war ein sehr lustiges Gebashe, das über zwei Runden lief. Jeder feuerte alles raus, was er an Fähigkeiten hatte, es war sehr, sehr spaßig!

Am Ende gewann die Ziege mit genau 30 Punkten, Hastur wurde zweiter und ich dritter mit 25 Punkten. Es war also recht knapp.

Fazit

Ein hervorragendes Spiel für Cthulhu Fans, die auch mal die andere Seite bespielen wollen. Ein geniales Spiel für Liebhaber von Bloodrage oder anderen Schnetzelspielen. Die ersten Runden sind schwierig, da man an sehr viele Dinge denken muss und erst einmal herausfindet, wie die eigene Fraktion überhaupt funktioniert, aber dann macht es super viel Spaß.

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