Scenic Dunnsmouth – Teil 4 (Cthulhu/Lamentations)

Nachdem die Kampagne um das Sumpfdorf Dunnsmouth beim letzten Mal ordentlich Fahrt aufgenommen hat, geht es jetzt ebenso rasant und interessant weiter. Einige Geheimnisse werden klarer, aber am wichtigsten ist doch gerade die Frage: Was sehen die Charaktere in der Kirche? Ab jetzt gibt es übrigens auch eine Liste der an- und abwesenden Spielercharaktere, damit man den Überblick behält.

Die Charaktere (anwesend)

Peter Bonland: 49 Jahre, Besitzer des Bonland Occultics. Ein Buchhändler und Liebhaber des Okkulten.

Lynn Martins: 27 Jahre, erste Tochter einer deutschen, in die Oberschicht aufstrebenden Familie. Unangepasst und vorlaut, wurde daher in ein Archiv abgeschoben.

Issac Catwell: 41 Jahre alt, rationaler Privatdetektiv, Kettenraucher und starker Trinker mit chronischem Husten und schlechter Gesundheit.

Hazel Fox: 20 Jahre, verträumte Künstlerin mit Bewunderern aus allen Schichten. Malt eher unheimliche Kunst.

Die Charaktere (nicht anwesend)

Frederic Bell: 35 Jahre, ehemaliger Polizist. Aufgrund zu geringer Aufstiegschancen jetzt Leibwächter für den Club.

Basil Hammilton: 30 Jahre, Privatdetektiv. Gutaussehender Frauenheld, der halbwegs rational ist, aber ungewöhnliche Fälle liebt.

Wade Chapman: 36 Jahre, Farmer. Hat bis vor einigen Monaten eine Plantage in einer Kolonie beaufsichtigt und denkt, Teehandel ist die Zukunft.

Die Geschichte

Drei vom Nebel eingehüllte Personen stapfen durch den morastigen, schmatzenden Boden des Moores. Sie haben nur schwammige Erinnerungen an ihre Ankunft mit einem Ruderboot, doch was in der Zwischenzeit war, wirkt wie verblasst. Es sind Peter, Lynn und Hazel. Sie unterhalten sich kurz darüber, ob jemand weiß, was gerade passiert ist und wo sie sind. Über Hazel und Peter erfährt Lynn, dass es anscheinend eine seltsame Begebenheit in der Kirche gab und dass wohl auch das Mausoleum, welches sie selbst noch entdeckt hatte, eine größere Rolle zu spielen scheint. Aber wer mit ihnen dort war? Dieser Detektiv und der andere, wie hieß er noch? Blass sind die Gesichter in ihren Erinnerungen und die Namen sind wie von einer dumpfen Stille verschlungen. Die drei Verlorenen überlegen, wohin sie nun gehen sollen und Peter bastelt einen improvisierten Kompass, damit sie wenigstens eine kleine Ahnung haben, wohin sie sich bewegen. Zur Küste, um von hier wegzufahren?

Ihre Gedanken werden von Schritten unterbrochen, die sich auf sie zu bewegen. Und dann durchbricht Isaac die Nebelwand. Er wirkt blass und verwirrt, eine Bisswunde zeugt von seiner Konfrontation mit Beast. Er kann sich noch verschwommen an irgendetwas erinnern und wird kurz fast ohnmächtig, faselt etwas von einem leuchtenden Würfel. Die anderen erzählen ihm daraufhin von den Holzwürfeln, die sie beim letzten Mal gefunden haben, aber Isaac möchte nicht weiter versuchen, sich zu erinnern. Wieder vereint setzt die Gruppe ihre Wanderung durch das Moor fort, bis plötzlich die beiden Frauen gleichzeitig auf einen metallischen Gegenstand treten. Angst überkommt sie, ob es vielleicht eine Bärenfalle sein könnte. Im tiefen Wasser kann man leider nichts erkennen. Peter beruhigt die beiden und Hazel taucht halb ins Wasser, um den Gegenstand zu bergen. Es stellt sich als Machete heraus – vielleicht die, die dem anderen Typen gehörte, der letztes Mal bei ihnen war? War es überhaupt letztes Mal? Da, wo das Monster mit dem einen, leuchtenden Auge sie beinahe erwischt hätte?

Jedenfalls macht sich die Gruppe nun wieder auf den Weg. Dabei findet Isaac unter dem Wasser einen gepflasterten Weg, vielleicht noch aus Zeiten der Römer. Die Gruppe folgt ihm und gelangt so an die Ruinen einer kleinen Kapelle mit einem kaputten Sensenmann davor. In dessen Opferschale liegt ein Fisch. In der Kapelle selbst steht noch eine Art Altar, dessen Platte man anheben kann. Darunter findet Peter unter Schlamm und Dreck eine zweite, verborgene Platte, aus der er einen merkwürdigen, geometrischen Gegenstand zieht. Es handelt sich um einen Pentagondodekaeder, auf dessen 12 Seiten die römischen Zahlen 1-3 je zweimal stehen, einmal ein Dreieck, Viereck und Fünfeck und einmal AES, AUR und ARG, die chemischen Zeichen für Bronze, Silber und Gold. Nachdem Peter ihn eine Weile betrachtet hat, rollt ihm das Gebilde allerdings plötzlich ins Wasser und er fischt es panisch wieder heraus. In diesem Augenblick geschieht etwas mit ihm, er sieht oder spürt etwas, das sein Verstand nicht verarbeiten kann. Die anderen bemerken davon nichts, da sie vom Klang der Kirchturmglocken abgelenkt werden. Peter beginnt, paranoid zu werden und will sich davonschleichen, als die anderen gerade beschließen, dem Klang zu folgen und sich aufgrund des dichten Nebels mit einem Seil zusammenzubinden. So ziehen sie los und gelangen schließlich an zwei schiefe Sensenmann-Statuen. In der Opferschale der einen liegt ein angebissener Frosch, in der anderen die ausgespuckten Reste desselben.

Kurz denkt man darüber nach, selbst etwas zu opfern, entscheidet sich aber dagegen. Hazel hat etwas Angst, weiterzugehen, da sie denkt, dass die Statuen sie in irgendeiner Weise beurteilen oder richten könnten. Peter dagegen denkt, die anderen hätten sich gegen ihn verschworen und besteht darauf, als letzter zu gehen. Zum Glück geschieht nichts, als sie zwischen den Statuen hindurch schreiten, doch nach einer Weile gelangen sie wieder an dieselbe Ruine wie zuvor. Und Peters Würfel ist verschwunden. Sofort bezichtigt er die anderen, ihn gestohlen zu haben und es kommt zu einem kurzen Streit und Gerangel zwischen den beiden Männern. Schließlich ohrfeigt Lynn Peter, der etwas zur Besinnung kommt und den Würfel schließlich genau dort findet, wo er ihn auch zuvor entdeckt hatte. Allmählich beginnt die Gruppe, über die Möglichkeit eines Zeitparadoxons nachzudenken, doch die Diskussion wird unterbrochen, als die Frauen eine Gestalt im Nebel und stärker werdenden Regen entdecken, die sie beobachtet. Als Lynn aber ruft, verschwindet die Gestalt.

Man beschließt, dem gepflasterten Weg wieder zurück zu folgen, doch nach nur wenigen Metern verliert Isaac den Pfad, woraufhin Peter ihn bezichtigt, sie in die Irre zu führen. Bevor es aber wieder zum Streit kommen kann, bemerkt der Buchhändler, dass sich das Gebilde in seiner Hand zu bewegen beginnt. Der „Würfel“, wie ihn alle nur der Einfachheit halber nennen, will ihm aus der Hand rollen und Hazel taucht unerschrocken in das – mittlerweile durch den Regen brusttiefe – Wasser. Dort findet sie ein altes, rostiges Taschenmesser – Isaacs Taschenmesser. Der ist mehr als verwundert, da seines gar nicht verschwunden ist. Während er beide in der Hand hält, beginnt das, was Hazel aus dem Wasser gefischt hat, plötzlich rasend schnell zu altern. Peter erklärt, das sei mit einem Zeitparadoxon zu erklären und nur ein Gegenstand könne am selben Ort existieren. Es scheint, als ob die Gruppe schon einmal hier war und auch die überwucherte Landschaft vom Bootssteg spricht dafür, dass Zeit vergangen ist, seit sie zum ersten Mal herkamen.

Die Diskussion wird erneut unterbrochen, als man eine Person näherkommen hört und der „Würfel“ vor dieser wegrollen will. Peter befestigt ihn an seiner Hand und er und Hazel beschließen, der Weisung des Objektes zu folgen. Isaac und Lynn dagegen sind der festen Überzeugung, dass man einer lebendigen Person eher trauen sollte als einem Ding, also gehen sie der Person entgegen, während die anderen beiden in die entgegengesetzte Richtung fliehen. Der Fremde ist eine Frau, eine Jägerin, ihrer Kleidung aus Ausrüstung nach zu schließen. Zudem ist sie stumm und zeigt keine Regung im Gesicht. Isaac vermutet, dass sie schon viel gesehen hat und abgestumpft ist. Sie stellen sich der Frau vor und folgen ihr. Das Wasser ist noch immer sehr tief und modrig, sodass man nicht sehen kann, was vor und unter einem liegt. Doch die Frau schreitet sicheren Schrittes und fast merkwürdig schnell durch die Wassermassen. Ein leichter Duft von Meeresbrise weht zu ihnen hinüber. Dann wird das Wasser besonders tief, sodass man nicht mehr stehen kann, sondern schwimmen muss. Doch die Frau scheint noch immer zu gehen, zumindest sinkt sie nicht tiefer ein als vorher oder bewegt sich anders… Sie ist ein gutes Stück vor den beiden, als sie sich umdreht und ihr eine einzelne Träne an der Wange herabrinnt. Dann geht sie unter. Isaac schreit, dass sie umdrehen müssen und die zwei Irregeleiteten schwimmen schnell in die andere Richtung.

Peter und Hazel bekommen von diesem Drama nichts mit. Sie sind eine ganze Weile unterwegs, der „Würfel“ hat sich mittlerweile wieder beruhigt und auch Peters Verfolgungswahn hat nachgelassen. Plötzlich reagiert das Gebilde erneut und Peter entdeckt, dass sie anscheinend an einer Ausgrabungsstätte angekommen sind. Etliche Gegenstände liegen nebeneinander aufgereiht tief unter Wasser und er zieht eine alte Pfeilspitze hervor. In diesem Moment hört er aus allen Richtungen Indianer und rennt schreiend weg. Und auch Hazel sieht etwas – sie erinnert sich nicht genau, was es war – was sie in völlige Rage versetzt. Schreiend jagt sie ihrem Gefährten nach und schreit wüste Morddrohungen.

Isaac verliert im Wasser die Orientierung, Lynn dagegen entdeckt einen Baum, an dem sie sich festklammert. Irgendetwas streift Isaacs Bein und er befürchtet, von der Geisterfrau in die nasse Tiefe gezogen zu werden. Glücklicherweise passiert nichts. Lynn sieht weiter oben im Baum Peters Passionskreuz hängen, kann aber nicht hochklettern, um es an sich zu nehmen.

Hazel irrt derweil durch den Nebel. Peter verhält sich ganz still und steigt einen kleinen Hügel hinauf. Da dieser nach oben hin trockener und beinahe stufig wird, vermutet er bald ein Hügelgrab darin. Tatsächlich findet er nach einigem Graben Steinplatten und darunter einen steinernen Gang. Hazel, die sich endlich beruhigt hat, entschuldigt sich bei ihm. Dann gehen sie gemeinsam hinein in die Dunkelheit.

Im Wasser treibt eine bekuttete Gestalt langsam auf Lynn zu. Isaac, der endlich zu ihr gefunden hat, dreht den vermeintlichen Toten um. Seine Augenhöhlen sind leer und in seinen Mund wurde eine Schatulle hineingehauen. Als er diese entfernt, erkennt Lynn, dass es ihr Zigarrenetui ist, welches sie im Wasser verloren hatte. Leider ist es leer, aber vermutlich wären die Zigarren ohnehin zu durchnässt gewesen, um sie anzuzünden. Isaac lässt die Gestalt weitertreiben, woraufhin diese zu blubbern und gurgeln anfängt. Lynn ist das etwas unheimlich, doch der Detektiv versichert ihr, dass dies nur das Wasser ist, was nun nachfließt. Zum Glück erreichen sie kurz darauf etwas festeren Boden, wo das Wasser ihnen nur noch bis zu den Knöcheln reicht. Hier ist auf ein Ruderboot festgemacht, von dem frische Spuren wegführen. Lynn hat die Nase gestrichen voll und steigt in das Boot. Gemeinsam fahren die beiden triefnassen Gestalten durch den Nebel. In der Stille hören sie entfernte Rufe und erkennen zwei Personen, welche anscheinend um ihr Leben schwimmen. Die eine klammert sich schließlich an einem Baum fest.

Peter entzündet eine Kerze und kriecht in dem engen Gang voran. Nach einigen Metern blickt ihm jedoch plötzlich sein eigenes Gesicht entgegen, nur um Jahre älter. „Vater?!“, ruft er verwundert. „Ich?“, fragt sein Gegenüber verwirrt.

Fazit

Nachdem wir beim letzten Mal ein wenig planlos waren, wird nun die Idee von Zeitsprüngen deutlich mehr gefestigt. Und auch der merkwürdige „Würfel“ ist eine nähere Untersuchung wert. Es wurde allein durch diese beiden Tatsachen richtig interessant und spannend. Mal schauen, ob und wie die beiden Kleingruppen wieder zusammenfinden und welche Hindernisse sich ihnen noch in den Weg stellen werden. Wie immer war das Spiel sehr gut musikalisch untermalt – übrigens ein sehr wichtiger Punkt, da die Umgebung so noch atmosphärischer wird!

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